I hate Unreliability and Disorganization!!! I hate, I hate, I hate it.
Naja - man gewöhnt sich wohl irgendwie dran. Gearbeitet hab ich heut immernoch nicht. Keiner kriegt auch nur irgendwas geregelt. Im Waisenhaus erwartet mich irgendwie niemand, und die AIESECER sind zwar sehr besorgt, aber haben das ganze ja offensichtlich nicht sonderlich festgezurrt - angeblich wird immer was geklärt, und nachher weiß doch niemand Bescheid und Suryo und Marsha sind nicht mehr zu erreichen...
Was soll ich sonst sagen?
Es gäbe wahrscheinlich soo viel zu erzählen, dass ich nicht weiß, wo ich anfangen soll.
Ich will nun doch indonesisch lernen - man kann wohl in 2 Monaten doch etwas erreichen, also lohnt es sich jetzt für mich.
Das Wetter ist relativ fantatstisch - heute hab ich unbemerkt meinen ersten Sonnenbrand verpasst bekommen.
Ich trage nun auch schon manchmal Jeans plus T-Shirt, obwohl ich vorher annahm, ich würde schmelzen in solchen Klamotten, bei der Hitze.
Meist ist es vermutlich Mitte der 20er, oft strahlend-blauer Himmel, manchmal bewölkt, ganz selten regnet es und dann war ich eh zufällig drin.
Der schlimme Kulturschock ist vorbei - ich fühle mich eigentlich schon recht wohl und wie zu Hause.
Ich meine zu merken, dass das Eingewöhnen in andere Kulturen immer schneller vonstatten geht. Zuerst der totale Schock, aber schon am 3. Tag alles gut und von da an fast schon normal. Dem Wetter muss ich nicht hinterherrennen - ich kann prima bei Traumwetter drinnen bleiben - es ist ja sowieso das ganze Jahr so. Ich nehme auch schon mehr am Studentenleben hier teil, esse mit immer einer anderen Zusammensetzung der gleichen Gruppe hier im Stadtteil, gucke abends DVDs und habe erst letzten Sonntag die erste touristische Unternehmung begonnen (eine Moschee bestiegen und von ihren Türmen auf die riesige Stadt Bandung geschaut - 2 Millionen).
Das Duschen wie die Toilette sind schon irgendwie erträglich, die völlig brüchigen/holperigen/steinigen Straßen ohne Fußwege fallen nicht mehr sehr auf, auch der Müll am Straßenrand nicht oder die flachen Häuser oder die Bruchbuden zwischendurch, oder die Buntheit und der Überfluss an Werbeplakaten oder die Menschenmassen. Auch mache ich mir hier keine Gedanken auf der Straße zu gehen (wo auch sonst?) - obwohl die Autos und Motorroller wirklich völlig wild fahren. Die Straßen sind immer komplett überfüllt und es ist null Ordnung vorhanden.
Ich esse zweimal am Tag warm, jedesmal für zwischen 8000 und 18000 Rupiah; 16000 Rupiah = 1 Euro.
Ich bin noch nicht um Fotos gebeten worden (wie in Beijing) - zum Glück!!
Meine Gastschwester Denish mag ich schon seeehr gerne, und außerdem habe ich, glaube ich, echt Glück gehabt, sie ist schon sehr offen und fröhlich und scheint mich wirklich zu mögen.
Ihre Freunde sind äußerst hilfsbereit und eben immer gut gelaunt. Ich denke das muss an der Sonne liegen.
Man fährt hier mit dem öffentlichen Transportsystem, das sind kleine Bullis, die man ranwinkt, wenn man einsteigen will, deren Fahrern man "kiri, kiri" zuruft, wenn man aussteigen will (kiri heißt links, der Fahrer soll also links ranfahren, mit dem Linksverkehr -das hatte ich vorher auch nicht bedacht...), denen man nach dem Aussteigen 1000-3000 Rupiah durch Fenster hereinreicht, die einem nie das volle Wechselgeld herausgeben und die Angkot heißen. Ich mache mir schon etwas Sorgen vor der ersten eigenen Fahrt von und zum Waisenhaus - besonders, dass ich mir nicht merken kann, wann ich aussteigen muss. Die Tür bleibt während der Fahrt offen, und der Fahrer möchte, dass man so viele wie möglich hineinquetscht - ich habe bei einer Fahrt so weit an der Tür gesessen, dass ich die ganze Zeit den Kopf hinausgehalten und mich umgeschaut habe.
Das sind so ein paar ausschnitthafte Eindrücke - wer schonmal in einem asiatischen Land war, weiß, was ich meine, und wer nicht, wird das auch nie richtig verstehen...
Ich vermisse euch dennoch -
bin aber ja bald wieder da.
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