Turns out I'm becoming a real Erasmusstudent after all
alternativer Titel:
I'm falling in Love....
ersterer Titel, weil ich letzten Do bis Fr morgens 4.15 h weg war - und dann unbedingt für die Uni arbeiten wollte, am Fr abend ganz normal zum Chor bin - und die guten Leute mich so lange nicht haben gehen lassen, bis es 5h Sa morgens war. Der Nachbar hat "Buenos Días" gesagt, als ich nach Hause gekommen bin. Das scheint mir eine Essenz des Erasmus-Daseins zu sein: die ganze Nacht durchzumachen ;)
zweiter Titel, weil ich mich aufs Neue in einen Teil der baskischen Kultur verliebt habe!
Freitag bin ich also zum Chor - und danach ging der Chor zum ersten Mal wieder (hatten sie vorher wohl schon oft gemacht und dann ist der Brauch eingeschlafen) in die Bars zum singen.Da die Bar proppevoll war, haben wir uns halt draußen hingestellt und dort gesungen. (Ich leider nicht - denn die ganzen Lieder kannte ich nicht, war aber auch so verzaubert genug). Dann fing es an zu regnen - und da standen sie - die fröhlichen, liebenswerten Basken und sangen lauthals in der Nacht unter Regenschirmen! Als es stärker wurde gingen wir dann noch rein und haben die Gesellschaft drinnen erfreut!
Das singen in Bars war wohl früher weit verbreitet, und anscheinend ist es auch jetzt nicht völlig seltsam. Ich mein: ihr könnt es euch vielleicht vorstellen, aber ihr könnt es euch niemals vorstllen!!!!
Außerdem müsste ich mal versuchen in Deutschland Leute dazu zu bringen in Bars zu singen!
Naja - und dann bin ich noch mit Ziortza, Aitor und Xabi (ja - ich habe die ganze Nacht gebraucht um den Namen - Ziortza - zu lernen) zum Chinesen. Das heißt - ich wollte eigentlich nicht mit, aus Geldgründen, aber sie haben darauf bestanden mich einzuladen. Eine Begenung mit der Großzügigkeit der Basken!
Danach dachte ich es gehen alle nach Hause - aber dann sind wir noch (allerdinsg ohne Xabi, den wir partout nciht überreden konnten) in eine Bar. Als diese langsam dicht gemacht hat (ca 2h) in die nächste. Danach wollten sowohl Aitor als auch ich uns verabschieden - aber mich haben sie nciht gehen lassen. Aber WIRKLICH nicht!!! Untergehakt wird man, mitgenommen wird man, und wenn man sich nen Stein freut mit so netten Menschen das baskische Leben kennen zu lernen, dann kann man nicht nein sagen. Also Ziortza, ich und ein Freund von Xabi, der auch dabei war, auf zur nächsten Bar. Ich, schließlich total müde - diese Bar total verraucht, mache den Vorschlag zu gehen. Logischerweise nach DRAUßEN, nicht nach HAUSE!! Also setzen wir uns morgens um 4 auf die Steinstufen vor die Bar, unter nen kleinen Dachvorsprung - es regnet - und wir freuen uns des Lebens!
Und wie gesagt - nach einem Abend mit den nettesten Menschen war ich um 5h überglücklich zu Hause.
Und vielleicht habe ich mit folgendem Video einen Hauch der Atmosphäre eingefangen!
Montag, 26. November 2007
Samstag, 17. November 2007
Hallo ihr Lieben
Ich denke es wird Zeit, dass ich euch von meinen neusten Erlebnissen in EUSKAL HERRIA (baskisch für: Baskenland) erzähle! Nachdem ich letztes Wochenende eine fantastische Zeit mit meinem Tandem (=wenn sich zwei sprachtalentierte Leute treffen um sich jeweils eine Weile in der Sprache des Anderen zu unterhalten und so zu lernen) Aizea (baskischer Name - schön oder?) verbracht habe, möchte ich das Euskal Herria nochmal betonen. Sie und ihre Familie fühlen sich nämlich zuallererst als Basken und dann als Europäer - Spanien kommt in der Gleichung nicht vor.
Ach ja - es war traumhaft. Endlich konnte ich meine Nase mal ins "Leben" der Basken stecken...
Ihre Familie hat eine Whg in Vittoria und ein Haus im Dorf - das haben hier aber wohl recht viele - keine Zeichen für außerordentlichen Reichtum! Viele Leute kommen vom Land und wohnen nur unter der Woche der Arbeit wegen in der Stadt!
Wir sind also quasi gleich nach meiner Ankunft nach Manurga in das 30-Seelen-Dorf gefahren. Also - "hello" - 30!! Wenn das nicht schonmal cool ist! Da war an dem Wochenende gerade Dorf-fiesta - welch ein Glück! Da wurde dann groß im alten Schulgebäude (mittlerweile gibt es dort keine Schule mehr) gegessen. Dass es groß wird wusste ich vorher leider nicht. Ich dachte, "was kann sich so ein Dorf schon leisten" und nahm an, dass die Spargel (ausm Glas) mit Mayonnaise, der Serrano-Schinken und die Leberpastete mit frischem Baguette alles sind. Pustekuchen! Das war die erste Vorspeise! Als zweites kamen dann Kroketten (was in Spanien kleine frittierte Bälle mit zäher Bechamelsauce drinnen und beliebigen Füllungen sind), und frittierte Scampi. Als drittes folgten gefüllte Paprika - diese allerdings abgezählt - pro Person nur eine. DANN kam der erste Hauptgang - Fisch. Dann der zweite Hauptgang: Fleisch. Spanier (oder sollte ich Basken sagen?) haben als Hauptnebenlage Baguette. Dann gab es zwei Desserts zum aussuchen: Prosecco-Zitronen-Sorbet oder so ne Sahne-Pudding-Kaffegetränkter-Biskuit-Angelegenheit. Aizea und ich haben Halbe-Halbe gemacht. Dann denk ich, ich bin durch mit der Sache - aber die Servierer kommen noch zweimal vorbeigeschneit - zuerst mit Kaffe und heißer Milch dann mit Likören. Allerdings ist dazuzusagen: Aizeas Eltern haben vorher die Personenzahl angegeben und jeder hat sein Essen bezahlt. Nachdem wir also von 3-5.30h gegessen haben sind wir zurück zum Haus (lasst mich nachrechnen - ähmmm -ca. 3 min Fußweg). Dann haben wir einen Spaziergang - leider schon im Dunkeln - in der traumhaften Umgebung gemacht. Also ich habe die 2 Tage nicht aufgehört meine Begeisterung kund zu tun... Vielleicht liegt es auch an meinem Bilbao-Natur-Defizit - aber die Berge - es war einfach alles wunderschön. Nach dem Spaziergang sind wir wieder zur Fiesta - da wurde dann mittlerweie bei offener Tür in eisiger Kälte zu einer bunten Leuchtkugel und spanischen Schlagern getanzt, oder Karaoke gesungen und getanzt. Ich (nach ein bisschen Eingewöhnungszeit) in meiner Kulturoffenheit natürlich mittendrin. Um 10 wurde dann Musik ausgemacht - Pause sollt bis 12h gehen - zum ABENDESSEN! Aizea und ich also brav nach Hause zum Abendessen. Eigentlich wollte ich ja nix - außer dem frischen Tomatensalat - aber Elsa (die Ma) hat was von Tortilla gesagt - und ich muss hier doch UNBEDINGT mal eine selbstgemachte, frische, echt spanische Tortilla gegessen haben. Wir saßen also zu dritt in der warmen Küche und haben usn unterhalten, und ich habe ausführlich erzählt bekommen, wie die Tortilla gemacht wird (wollte ich natürlich wissen - zum zu Hause kochen), und die Mutter hat sich beim machen Zeit gelassen - hatte ja sowieso keiner Hunger. Irgendwie war ich dann vom ganzen spanischsprechen völlig geplättet und es war schon halb 1 - also sind wir ins Bett. (Große Sorge dass ich frieren könnte - Manurga das Dorf liegt nämlich 600-700 Meter hoch, im Gegensatz zu Bilbao (ca. bei 0 Meter), also habe ich unter 7 statt den vorgesehenen 3 Wolldecken geschlafen). Am nächsten Morgen habe ich den einen Fensterladen dann nur kurz mal aufgemacht - mehr von der strahlenden Helligkeit war nicht zu ertragen (Nebel plus Rauhreif plus strahlende Sonne = überirdisch helles Weiß). Nach dem Frühstück haben wir der Mutter dann beim Eier füllen geholfen - für den zweiten religöseren Teil der Dorffiesta. Danach haben wir dann endlich einen schönen Spaziergang bei Sonnenlicht gemacht und sind mit ordentlichem Hunger wiedergekommen.
Was soll ich sagen? War ja Sonntag - Familienessen - da hat die Mutter mal ein wenig gekocht. Erste Vorspeise: Tomatensalat, Eisbergsalat, besagte gefüllte Eier, Spargel mit Mayo, Chorizo-Fleisch, Tintenfischringe. Zweite Vorspeise: Kichererbsen, klare Brühe und Weißkohl (dieser Teil war alles nicht so toll). Dann: Irgendein dünnes Filet (Rind oder Kalb) mit ordentlich Knoblauch (für alle die es noch nicht wissen: Knoblauch ist der spanische Pfeffer - überall wo wir Pfeffer drantun ist bei denen Knobi dabei. Und zwar RICHTIG!) und fantastischen (!) selbst in Olivenöl frittierten Kartoffeln (Pommes). Dann Magnumeis und dann Kaffee und Törtchen und für den der will, Likör.
Also die Basken wissen wie man isst! Die Familie meinte aber auch, dass das zum Beispiel im Süden Spaniens ganz anders wär - das läge halt an der Kälte - essen macht ja warm. Währenddessen haben wir uns ganz großartig über Land und Leute unterhalten und dann war es halb 6 und wir haben uns zu meinem Bus aufgemacht. Und ich glaube ich habe viel, viel gelernt. Unter anderem das spanische Wort für Karrotte: Zanahoria!
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