25.03.2009, Abends
Oh Gott, oh Gott, oh Gott. Ich weiß ich wiederhole mich hier (siehe erster Eintrag) aber anders kann ich es einfach nicht ausdrücken. Bin noch völlig aufgewühlt und bringe es jetzt, noch ganz akut zu Papier.
Wo soll ich anfangen? ‚Ich werde nie wieder sauber‘? Oder ‚ne Kakerlake saß auf meinem Fuß‘ (ich hab ja kein Theater ob des Wassers und des Drecks gemacht, oder als ich ne Kakerlake gesehen habe, aber als dann später eine auf meinem Fuß krabbelte, da hab ich doch ein bisschen geschrieen!)? Oder ‚ich hab grad ne kleine Flut erlebt‘?
Es war wirklich wie in den Nachrichten von Tsunamis und Überschwemmungen – braune Fluten im Haus, saudreckig, alles schwimmt, Lichter gehen aus wegen Stromausfall!! Ich dachte schon ich muss da übernachten, auf der Straße vorm Waisenhaus stand das Wasser bestimmt brusthoch wenn nicht höher (habs ja nicht getestet) zum Glück geht’s zum Waisenhaus drei/vier größere Stufen hinauf. Dennoch ist deren Erdgeschoß auch ca. 25cm hoch überflutet worden. Hatte echt n bisschen Panik, dass ich da jetzt nen ganzen Tag oder so festsitze. Ohne Essen, ohne Zahnbürste, ohne Schlafzeug, ohne irgendwas. Und natürlich musste ich nach ner Weile dringendst auf Toilette. Die war aber überschwemmt. Ob ich nun in die Toilette mache oder mich irgendwo im Erdgeschoß hinhock und ins Wasser uriniere hätte auch keinen Unterschied gemacht. Bin dann aber irgendwann doch los, um den einzigen Erwachsenen der ein bisschen Englisch mit mir sprechen kann anzusprechen. Der hat mich zuerst mit n paar Mädels losgeschickt. Zu dem Zeitpunkt und an dem Ort war das Wasser ca. knöchelhoch. Als dann der Zugang durch nen Tisch blockiert war (es war ja auch alles glitschig und schon ziemlich dunkel, besonders im Haus) sind sie erstmal zurück um Danny zu holen. Der hat uns dann begleitet und wir sind letztendlich natürlich stumpf auf den Tisch drauf – viel andere Optionen gabs ja auch nicht. Offensichtlich war das Wasser zu dem Zeitpunkt schon wieder am sinken, denn als wir bei den Toiletten ankamen, stand in der größeren das Wasser nurmehr 3-4cm, das heißt das Klo ragte weitere 3-4 cm aus dem Wasser heraus. Ich habe mir irgendwie mit dem Handy geleuchtet.
Bald danach war das Wasser schon so weit weg, dass sie anfingen das Wasser und den gesamten Schlamm rauszufegen, auch wenn es immernoch die Straße brusthoch füllte und auch die Stufen zum Waisenhaus hinauf. Die armen Menschen haben sich mehrfach bei mir entschuldigt, als hätten sie höchstpersönlich den Fluss in der Nähe zum überlaufen gebracht. Son Kram ist offensichtlich das letzte Mal vor einem Jahr passiert. Und es scheint auch nur wenige Häuser betroffen zu haben. Bandung ist ja recht hügelig, liegt selber ja auch sehr hoch und als wir endlich raus konnten sind wir bloß 20m die Straße entlang, die an sich schon ordentlich ansteigt, und auf der breiteren Querstraße wo deren Auto geparkt war, war kein Hauch Schlamm zu finden. Es kann echt nur ne kleine Fläche betroffen gewesen sein. Als ich nach Hause kam wurde ich mit großen Augen begrüßt, was mit meinen Füßen passiert sei.
Ich hab übrigens das Bild von Deutschland und den Deutschen in den Herzen von ca. 30-40 Menschen unglaublich zum Positiven verändert, durch meine fleißige Mithilfe. Ich finde damit hab ich ganz schön was geleistet! Hoffentlich mehr, als manch anderer Deutsche im Urlaub verbrochen hat. Dummerweise hatte ich meine Kamera natürlich nicht dabei. Muss mal sehen ob man irgendwas auf den Handyfotos erkennen kann.
Als das Wasser komplett weg war (nach ca. 2 h) mussten wir dann die besagten 3 Stufen hinunter – die 20-30cm hoch mit Schlamm bedeckt waren. Aber da muss man dann halt durch.
Trotzdem könnt ihr vielleicht nachvollziehen, warum ich immernoch nicht ganz runtergekommen bin. Es ist jetzt 23h, um 22h bin ich nach Haus gekommen und um circa 17.45h haben die Mädels mich schon auf die Flut auf der Straße hingewiesen – da hab ich die Tragweite bloß überhaupt noch nicht erkannt. Ich hab so ungefähr gesagt 'wow – interessant' – und dann weiterunterrichtet. Grins.
Ich habe meine Beine und Füße dreimal eingeseift und auch sonst den ganzen Körper – dennoch fühle ich mich nicht sauber, und sowohl meine Finger- als auch Fußnägel sind es auch ganz offensichtlich nicht. Um den Dreck aus den Ritzen hervorzuholen muss ich entweder 30 min schrubben oder am besten 30 min im Bad einweichen. Aber Badewanne gibt’s ja bekanntlich nicht (wär ja auch krass – so ohne warmes Wasser). Ich guck jetzt erstmal nen Film und ess was Süßes um von meinem Ekel und Entsetzen loszukommen, und morgen schaun wir weiter.
Gute Nacht ins deutsche Paradies!
PS: Lese gerade meinen letzten Eintrag. Niedlich, dass ich das Wort "Überschwemmung" für die fetten Regenpfützen in meinem Zimmer und den komplett mit durchsichtigem Regenwasser überfluteten Küchen/Gemeinschaftsraum benutzt hab.
Have been put into perspective somehow. Wonder why?
PPS: Ich habe gerade meiner Lieblingsschülerin, und damit auch der einzigen, deren Handynummer ich hab, ne sms geschrieben, wie es ihr und den anderen Mädchen geht, ob sie okay sind und dass ich hoffe, dass nicht ihre wichtigsten Dinge nass und somit unbrauchbar geworden sind.
Hier ihre original Antwort: Yes thanks miss,i am ok but i feel sh0ck, and i feel upset because all my b0ok g0ne,,i d0n't kn0w what i must d0ing..Miss n0t yet sleep?Why?
Wenn euch dabei auch irgendwie das Herz bricht, schreibt mir, ob ihr ne klitzekleine Spende machen wollt. Ich stelle mir so mehrere Personen mit jeweils 2-5 Euro vor. Für 5,50 kann ich hier ein Englisch-Indonesisches Wörterbuch kaufen. Wenn mehrere so einen lächerlichen Betrag wie 3 Euro geben, kann ich hier bestimmt ganz konkret was für die Mädchen aus dem ärmeren Waisenhaus tun. Ich werde das Geld dann wenn ich wieder in D bin bei euch eintreiben ;)
Mittwoch, 25. März 2009
Sonntag, 22. März 2009
Indonesia: besser arm ab als arm dran...
22.03.2009
Mannomann – gibt es viel zu erzählen! Ich komm grad wieder aus Jakarta, bin allein zu Haus, und das Haus ist quasi überschwemmt – also wohl doch nicht so ganz dicht bei Regen… bin schon am pressen von meinen wichtigeren Papieren die nass geworden sind.
Aber zum Wochenende: ganz nach indonesischer Manier war der Plan zuerst, von Fr bis So nach Jakarta zu fahren, dann wurde der Termin auf Sa bis Mo verschoben, und Fr früh um 09.30h spontan auf Abfahrt am Bahnhof am selben Tag um 10.30h festgelegt. Die Zugfahrt (habe mir eine Zugfahrt gewünscht – da man das Land so schön sehen können soll) war in der Tat fantastisch. Habe erst einmal eine halbe Stunde klaren blauen Himmel mit Schäfchenwolken, Sonnenschein und üppige Vegetation, Reisfelder und Berge aufgesogen. Die nächste halbe Stunde habe ich das alles 1000 Mal fotografiert (Fotos folgen also – muss ersteinmal sortieren) und dann wieder nur geschaut. Das alles mit Elton Johns Melodien im Ohr – die äußerst unterstützend waren bei dem Gefühl mein Herz öffnet sich – so weit, dass es fast weh tut, dass es nicht mehr weiter geht! Schon jetzt lässt sich das Gefühl nicht mehr ganz fassen – keine Ahnung also, ob ihr das versteht oder auch jemals habt. Häufig ist so etwas sicherlich nicht. Zwischendurch kam auch tiefe Traurigkeit ob der armen Kreaturen, die auf den Reisfeldern arbeiteten. Kurz nachdem ich für ein paar Sekunden das Gefühl hatte „hier ist die Welt noch in Ordnung“ eben wegen oben beschriebener Szenerie. Dann dachte ich daran wie wenig sie in Ordnung ist, welche Knochenarbeit bei der Hitze auf dem Feld betrieben wird, wie riesig gerade in Indonesien die Unterschiede zwischen arm und reich sind.
Das war überhaupt das große Thema für mich an diesem Wochenende: the social gap! Ich habe Denish gefragt, wenn sie sich die finanzielle Situation der gesamten indonesischen Gesellschaft vorstellt, und alle zwischen 1 und 100 einzuordnen wären, wo sie sich bzw. ihre Familie platzieren würde (übrigens immer wieder anzumerken, was für ein riesen Glück ich mit Denish habe, sie so etwas fragen zu können. Die Mehrheit der Indonesier – höre ich immer wieder – ist überhaupt nicht für ernsthafte Gespräche zu haben und nicht annähernd so offen wie meine Denish). Sie meinte sich bei 50. Reisfeldarbeiter wären dann bei unter 10 oder so. Bettler stehen für 1. Und Gilang bei 75. In der Tat sieht man riesen Unterschiede zwischen Denishs und Gilangs Haus. Deren Autos wiederrum sind vom gleichen Standard. Später habe ich auch Gilang befragt, sie hat sich selber bei 70 und Denish bei 60 platziert. Ich denke da sagen Bilder mehr als tausend Worte – schaut sie euch einfach an. Großer Schock war zuerst einmal das Bett in Denishs Haus wo deren ‚maid‘ schläft. Die ist um die 18. Womit haben ich und Denish das verdient, zu studieren, eine Zukunft vor uns zu haben, wenn dieses jüngere Mädchen nur für andere putzt und kocht??
Denish meint, ihre Eltern seien gute Arbeitgeber – gäben nicht nur den Mindestlohn und sie hätte auch frei. Es wäre ein Job wie viele andere. Letztendlich hat sie wohl recht – zumal mein (spontanes) Entsetzen/Mitgefühl/meine Beschämung sich z.B. nie so sehr auf die Menschen gerichtet hat, die tagtäglich Essen an der Straße verkaufen. Das muss auch zum Kotzen sein, mit den paar Gerätschaften, bei der Hitze und mit dem Transport der schweren Dinge. Ich hab mich also schon wieder beruhigt – und doch waren die Unterschiede um so vieles sichtbarer, dass ich mich frage warum um alles in der Welt der Unterschied zwischen arm und reich ein Thema in Deutschland ist. Deutschland ist das Paradies auf Erden!!
Weiterhin ist mir nicht ganz klar, womit manche Dienstmädchen beschäftigt werden. Bei Denishs Eltern ist mir das völlig klar, denn dort gibt es weder Waschmaschine noch Geschirrspüler, es muss gewaschen, gekocht, geputzt werden und außerdem hilft das Dienstmädchen auch in dem Restaurant der Eltern mit. Also dachte ich „klar – wo man nicht so viele Hilfsmittel hat wie in Deutschland, da muss man Leute beschäftigen, sonst kann man seine Arbeit ja nicht tun“. Gilang (ihre Eltern haben kein Restaurant) behauptet nun aber, sie hätten eine Waschmaschine (nach Staubsauger hab ich nicht gefragt) – hauptsächlich koche ihr Dienstmädchen. Die muss ja n schönes Leben haben?!?
Also ich kann so einen richtigen Entwicklungsland-Aufenthalt nur empfehlen, wenn man mal seine Perspektiven zurechtrücken möchte. Lange war ich nicht so von Dank erfüllt. Ich meine: letztendlich hat jeder Hartz IV-Empfänger die gleiche Dusche wie deutsche „Großverdiener“, wie du und ich, aus der mit ordentlichem Strahl warmes (!) Wasser kommt. Denishs Bad könnt ihr ja auf den Bildern sehen, und während Gilangs Familie so einen Luxus wie warmes Wasser besitzt, tröpfelt es derart aus der Brause, dass ich doch die indonesische Art, des Wasser-schöpfens-und-über-mich-gießens gewählt hab. Ich merke wie ich schon wieder schlucke bei diesem Gefühl von Ungerechtigkeit.
Und wo wir beim Thema Entwicklungsland sind: ich wollte euch immernoch erzählen, wann ich zuvor am meisten das Gefühl bekam in einem zu sein. Und zwar dann, wenn ich die kleinen Feuer überall sehe, mit denen der überflüssige Müll verbrannt wird. Und die größere offiziellere Müllverbrennung? Ein komischer Bunker aus dessen Fensterloch es ordentlich stinkig qualmt – auch bloß Feuer. Vermutlich weiß man, dass Entwicklungsländer weder Müll trennen noch irgendwelche Systeme zum säubern des Qualms oder entsorgen der Reste haben – und doch, das so zu sehen - es bricht mir das Herz wenn ich an die Natur denke.
Ansonsten wieder die gleiche Feststellung: man gewöhnt sich an alles. Während ich Denishs kleines Haus in Jakarta zu Beginn meines Aufenthaltes noch entsetzlich gefunden hätte, war es jetzt für die 2 Tage vollkommen okay. Gut zu wissen, das alles irgendwann okay ist. Und jetzt bin ich back in meiner undichten Luxusbude *lach*.
Und große Freude über die Gastfreundschaft von Denishs Familie. Auch wenn ich immernoch kein Indonesisch spreche. „Danke“ und „wie geht’s“ und „Hühnchen, Rind, Ente, Nudeln, Reis“ sind einfach nicht genug ;)
Ich habe wieder einmal einen von vielen Schritten in die ‚Stretchzone‘ getan und Denishs Eltern auf indonesische (oder muslimische??) Art und Weise begrüßt – das haben sie offensichtlich außerordentlich gewürdigt. So begrüßt man nur ältere und zollt ihnen somit Respekt – indem man ihre Hand nimmt und an seinen Kopf hält. Sie haben mir mein Rückfahrticket mit dem Bus unbedingt kaufen wollen, was mich als Zeichen, dass sie mir was Gutes tun wollen, sehr, sehr glücklich macht. Juchee – es ist schön, wenn man gemocht wird.
Achja – und ich war beim Frisör. Mein Gott, was muss ich eitel sein, denn mein Magen war ja sowas von verkrampft, dass die Scheiße bauen, der hat sich erst Minuten nachdem wir raus waren aus dem Frisörsalon, langsam entspannt. Also: Selbsterkenntnisse ohne Ende. Auch deshalb zieht es mich ins Ausland mein Schatz. Nirgendwo lernt man so viel so schnell. Glaube ich zumindest. Haare sind prima – für ca. 5 Euro!
Kurze Mitteilung an Tuphong: Gewaschen wurden die Haare mit kaltem Wasser. Nachdem mir anfänglich ein kleiner Schreckensruf über die Lippen kam, ist es danach wohl kaum wärmer geworden, was bedeutet: ich habe mich schnellstens dran gewöhnt. Vielleicht geht das mit dem kalten Wasser ja doch??
Ansonsten bin ich heilfroh Bandung gewählt zu haben, denn Jakarta ist scheißheiß (man kann es nicht anders sagen). Täglich über 30 Grad – nee nee.
Mit der Arbeit bleibt es jetzt so, dass mich die AIESECer, wenn es ihnen möglich ist, fahren. Ich habe Suryo, den Hauptverantwortlichen, mehrmals gefragt, ob das okay sei, (denn ich würde das ja auch nicht machen wollen) und er blieb dabei. Für den Fall, dass sie nicht könnten, hat er mir mittlerweile mitgeteilt, würde mich jemand des Dana Mulia Waisenhauses gerne fahren – sie hätten das Gefühl so viel durch mich zu profitieren, das sie gerne etwas zurückgeben wollten.
Zu meiner Arbeit dann demnächst endlich mehr.
Viele liebe Grüße nach Deutschland – und wenn ihr das nächste Mal deutsch duscht, denkt an mich -sowie an den puren Luxus, den ihr in dem Moment genießt! Hach – ich freu mich jetzt schon drauf – wer hätte gedacht, dass ich so gerne dusche??
Mannomann – gibt es viel zu erzählen! Ich komm grad wieder aus Jakarta, bin allein zu Haus, und das Haus ist quasi überschwemmt – also wohl doch nicht so ganz dicht bei Regen… bin schon am pressen von meinen wichtigeren Papieren die nass geworden sind.
Aber zum Wochenende: ganz nach indonesischer Manier war der Plan zuerst, von Fr bis So nach Jakarta zu fahren, dann wurde der Termin auf Sa bis Mo verschoben, und Fr früh um 09.30h spontan auf Abfahrt am Bahnhof am selben Tag um 10.30h festgelegt. Die Zugfahrt (habe mir eine Zugfahrt gewünscht – da man das Land so schön sehen können soll) war in der Tat fantastisch. Habe erst einmal eine halbe Stunde klaren blauen Himmel mit Schäfchenwolken, Sonnenschein und üppige Vegetation, Reisfelder und Berge aufgesogen. Die nächste halbe Stunde habe ich das alles 1000 Mal fotografiert (Fotos folgen also – muss ersteinmal sortieren) und dann wieder nur geschaut. Das alles mit Elton Johns Melodien im Ohr – die äußerst unterstützend waren bei dem Gefühl mein Herz öffnet sich – so weit, dass es fast weh tut, dass es nicht mehr weiter geht! Schon jetzt lässt sich das Gefühl nicht mehr ganz fassen – keine Ahnung also, ob ihr das versteht oder auch jemals habt. Häufig ist so etwas sicherlich nicht. Zwischendurch kam auch tiefe Traurigkeit ob der armen Kreaturen, die auf den Reisfeldern arbeiteten. Kurz nachdem ich für ein paar Sekunden das Gefühl hatte „hier ist die Welt noch in Ordnung“ eben wegen oben beschriebener Szenerie. Dann dachte ich daran wie wenig sie in Ordnung ist, welche Knochenarbeit bei der Hitze auf dem Feld betrieben wird, wie riesig gerade in Indonesien die Unterschiede zwischen arm und reich sind.
Das war überhaupt das große Thema für mich an diesem Wochenende: the social gap! Ich habe Denish gefragt, wenn sie sich die finanzielle Situation der gesamten indonesischen Gesellschaft vorstellt, und alle zwischen 1 und 100 einzuordnen wären, wo sie sich bzw. ihre Familie platzieren würde (übrigens immer wieder anzumerken, was für ein riesen Glück ich mit Denish habe, sie so etwas fragen zu können. Die Mehrheit der Indonesier – höre ich immer wieder – ist überhaupt nicht für ernsthafte Gespräche zu haben und nicht annähernd so offen wie meine Denish). Sie meinte sich bei 50. Reisfeldarbeiter wären dann bei unter 10 oder so. Bettler stehen für 1. Und Gilang bei 75. In der Tat sieht man riesen Unterschiede zwischen Denishs und Gilangs Haus. Deren Autos wiederrum sind vom gleichen Standard. Später habe ich auch Gilang befragt, sie hat sich selber bei 70 und Denish bei 60 platziert. Ich denke da sagen Bilder mehr als tausend Worte – schaut sie euch einfach an. Großer Schock war zuerst einmal das Bett in Denishs Haus wo deren ‚maid‘ schläft. Die ist um die 18. Womit haben ich und Denish das verdient, zu studieren, eine Zukunft vor uns zu haben, wenn dieses jüngere Mädchen nur für andere putzt und kocht??
Denish meint, ihre Eltern seien gute Arbeitgeber – gäben nicht nur den Mindestlohn und sie hätte auch frei. Es wäre ein Job wie viele andere. Letztendlich hat sie wohl recht – zumal mein (spontanes) Entsetzen/Mitgefühl/meine Beschämung sich z.B. nie so sehr auf die Menschen gerichtet hat, die tagtäglich Essen an der Straße verkaufen. Das muss auch zum Kotzen sein, mit den paar Gerätschaften, bei der Hitze und mit dem Transport der schweren Dinge. Ich hab mich also schon wieder beruhigt – und doch waren die Unterschiede um so vieles sichtbarer, dass ich mich frage warum um alles in der Welt der Unterschied zwischen arm und reich ein Thema in Deutschland ist. Deutschland ist das Paradies auf Erden!!
Weiterhin ist mir nicht ganz klar, womit manche Dienstmädchen beschäftigt werden. Bei Denishs Eltern ist mir das völlig klar, denn dort gibt es weder Waschmaschine noch Geschirrspüler, es muss gewaschen, gekocht, geputzt werden und außerdem hilft das Dienstmädchen auch in dem Restaurant der Eltern mit. Also dachte ich „klar – wo man nicht so viele Hilfsmittel hat wie in Deutschland, da muss man Leute beschäftigen, sonst kann man seine Arbeit ja nicht tun“. Gilang (ihre Eltern haben kein Restaurant) behauptet nun aber, sie hätten eine Waschmaschine (nach Staubsauger hab ich nicht gefragt) – hauptsächlich koche ihr Dienstmädchen. Die muss ja n schönes Leben haben?!?
Also ich kann so einen richtigen Entwicklungsland-Aufenthalt nur empfehlen, wenn man mal seine Perspektiven zurechtrücken möchte. Lange war ich nicht so von Dank erfüllt. Ich meine: letztendlich hat jeder Hartz IV-Empfänger die gleiche Dusche wie deutsche „Großverdiener“, wie du und ich, aus der mit ordentlichem Strahl warmes (!) Wasser kommt. Denishs Bad könnt ihr ja auf den Bildern sehen, und während Gilangs Familie so einen Luxus wie warmes Wasser besitzt, tröpfelt es derart aus der Brause, dass ich doch die indonesische Art, des Wasser-schöpfens-und-über-mich-gießens gewählt hab. Ich merke wie ich schon wieder schlucke bei diesem Gefühl von Ungerechtigkeit.
Und wo wir beim Thema Entwicklungsland sind: ich wollte euch immernoch erzählen, wann ich zuvor am meisten das Gefühl bekam in einem zu sein. Und zwar dann, wenn ich die kleinen Feuer überall sehe, mit denen der überflüssige Müll verbrannt wird. Und die größere offiziellere Müllverbrennung? Ein komischer Bunker aus dessen Fensterloch es ordentlich stinkig qualmt – auch bloß Feuer. Vermutlich weiß man, dass Entwicklungsländer weder Müll trennen noch irgendwelche Systeme zum säubern des Qualms oder entsorgen der Reste haben – und doch, das so zu sehen - es bricht mir das Herz wenn ich an die Natur denke.
Ansonsten wieder die gleiche Feststellung: man gewöhnt sich an alles. Während ich Denishs kleines Haus in Jakarta zu Beginn meines Aufenthaltes noch entsetzlich gefunden hätte, war es jetzt für die 2 Tage vollkommen okay. Gut zu wissen, das alles irgendwann okay ist. Und jetzt bin ich back in meiner undichten Luxusbude *lach*.
Und große Freude über die Gastfreundschaft von Denishs Familie. Auch wenn ich immernoch kein Indonesisch spreche. „Danke“ und „wie geht’s“ und „Hühnchen, Rind, Ente, Nudeln, Reis“ sind einfach nicht genug ;)
Ich habe wieder einmal einen von vielen Schritten in die ‚Stretchzone‘ getan und Denishs Eltern auf indonesische (oder muslimische??) Art und Weise begrüßt – das haben sie offensichtlich außerordentlich gewürdigt. So begrüßt man nur ältere und zollt ihnen somit Respekt – indem man ihre Hand nimmt und an seinen Kopf hält. Sie haben mir mein Rückfahrticket mit dem Bus unbedingt kaufen wollen, was mich als Zeichen, dass sie mir was Gutes tun wollen, sehr, sehr glücklich macht. Juchee – es ist schön, wenn man gemocht wird.
Achja – und ich war beim Frisör. Mein Gott, was muss ich eitel sein, denn mein Magen war ja sowas von verkrampft, dass die Scheiße bauen, der hat sich erst Minuten nachdem wir raus waren aus dem Frisörsalon, langsam entspannt. Also: Selbsterkenntnisse ohne Ende. Auch deshalb zieht es mich ins Ausland mein Schatz. Nirgendwo lernt man so viel so schnell. Glaube ich zumindest. Haare sind prima – für ca. 5 Euro!
Kurze Mitteilung an Tuphong: Gewaschen wurden die Haare mit kaltem Wasser. Nachdem mir anfänglich ein kleiner Schreckensruf über die Lippen kam, ist es danach wohl kaum wärmer geworden, was bedeutet: ich habe mich schnellstens dran gewöhnt. Vielleicht geht das mit dem kalten Wasser ja doch??
Ansonsten bin ich heilfroh Bandung gewählt zu haben, denn Jakarta ist scheißheiß (man kann es nicht anders sagen). Täglich über 30 Grad – nee nee.
Mit der Arbeit bleibt es jetzt so, dass mich die AIESECer, wenn es ihnen möglich ist, fahren. Ich habe Suryo, den Hauptverantwortlichen, mehrmals gefragt, ob das okay sei, (denn ich würde das ja auch nicht machen wollen) und er blieb dabei. Für den Fall, dass sie nicht könnten, hat er mir mittlerweile mitgeteilt, würde mich jemand des Dana Mulia Waisenhauses gerne fahren – sie hätten das Gefühl so viel durch mich zu profitieren, das sie gerne etwas zurückgeben wollten.
Zu meiner Arbeit dann demnächst endlich mehr.
Viele liebe Grüße nach Deutschland – und wenn ihr das nächste Mal deutsch duscht, denkt an mich -sowie an den puren Luxus, den ihr in dem Moment genießt! Hach – ich freu mich jetzt schon drauf – wer hätte gedacht, dass ich so gerne dusche??
Sonntag, 15. März 2009
Indonesia: Getränke und so
15.03.2009
Das Essen ist ja lecker – aber was trinken die Indonesier süß!!! Und sowohl beim Eistee (gesüßter kalter schwarzer Tee) als auch beim Kaffee, ist das, was ich als sehr süß empfinde, für die Indonesier noch gar nichts. Den Tee mag ich so echt gar nicht trinken, und beim Kaffee geht es, aber nur, weil ich auch in D ja nicht gerne Kaffee sondern Milchkaffee, Latte Macchiato, etc. trinke, also auch eher süß…
Und das mit dem fröhlich Essen ausprobieren muss ich jetzt einschränken – ich hatte nämlich nun doch meine erste fürchterliche Durchfallerkrankung mit schrecklichen Magenkrämpfen, Schwäche, Kälte, Fieber, etc… Ich bin dann gleich ins Krankenhaus, weil mir klar war, dass das nicht ohne Medikamente besser wird, und bin mit 4erlei Tabletten nach Hause gekommen. Am nächsten Tag wars schon weg – bloß die Antibiotika nehme ich noch – die soll man ja immer aufbrauchen (falls irgendjemand Bewandertes mir sagen möchte wozu ich bloß Antibiotika bei einer solchen Erkrankung brauche, nur zu!). Dafür hält meine parallele Erkältung leider länger an.
Und noch eine lustige Beobachtung: hier lachen die Mädchen häufig über meine kleinen Scherze. Ich bin aber der Meinung, dass ich diese Art Scherze eigentlich auch in Deutsch mache – es lacht bloß keiner. Eine sehr lustige Feststellung für mich. Hier gibt’s große Heiterkeit, wenn ich (während wir im Krankenhaus warten und ich wirklich leide) sage ich werde sterben. Oder wenn wir bei Regen rausmüssen und natürlich den Regenschirm vergessen haben und ich vorschlage Plastiktüten über den Kopf zu ziehen, und zwei Augenlöcher reinzuschneiden. Oder einfach Dinge ein bisschen übertrieben darstelle. Schade – irgendwie wollen mir keine Beispiele einfallen, die ich in Deutsch genauso gesagt hätte wie hier auf Englisch.
Mit der Arbeit ist es jetzt soweit geklärt, dass ich theoretisch Mo, Mi und Fr, jeweils von 1-4 in dem christlichen Waisenhaus Dana Mulia arbeite, und von 4-6 an meinem Original-Arbeitsplatz Muhammadyah-orphanage. Di bin ich dann nur in Dana Mulia und Do nur in Muhammadyah – jeweils 3 bzw. 2 h. Das Problem ist bloß, dass der Weg im Angkot, zwischen beiden Waisenhäusern 1 Stunde dauert. Und ich bin nicht bereit, für die 5h Arbeit, die sich durch die Fahrzeit auf 4 reduzieren, insgesamt 2 h zu fahren (jeweils hin und zurück noch 30min). Jetzt werden wir testen, wie es ist, wenn mich die AIESECER immer mit dem Motorrad oder Auto bringen. Allerdings bin ich von der indonesischen Verlässlichkeit nicht sehr überzeugt, zumal Regen ein Grund für ne Absage ist, im Motorrad-Fall. Ich habe gerade eine sehr lange Nachricht an die zwei Verantwortlichen geschrieben, dass ich ihr Angebot gerne annehme, mit Ausnahme der Tage, an denen sie mich im Angkot begleiten wollen. Keine Ahnung ob man den Waisenhäusern aufschwatzen kann, sich drauf einzustellen, dass ich bei Regen häufiger nicht komme, oder ob ich mir hier in meiner Umgebung einfach selber um Arbeit kümmer, aber diese Jobsache ist echt frustrierend. Die denken, ich erwarte voll viel, und ich denke „klar ist es super-nervig mich ständig irgendwo hinzukutschieren – aber ich selber wäre nie in einem solchen Dilemma, weil die Praktika die ich besorgen würde genau SO wären, wie ich sie beschreibe“… Ich erwarte ja nicht, dass sie mich fahren, ich erwarte bloß irgendeinen Job, der dem, weswegen ich hergekommen bin entfernt ähnlich ist, und der prozentual mehr als die Hälfte der Zeit wirkliche Arbeit und Lernerfahrung bedeutet, und nicht Fahrzeit.
Achja, Denish findet ich sei „pretty --– for a foreigner“. Praktisch, dass die Menschen da so unterschiedliche Schönheitsvorstellungen haben. Sonst gäbe es ja für wahnsinnig viele Menschen keine Partner (quasi alle die ich okay finde, findet Denish inakzeptabel und andersherum).
Viele Grüße in das geliebte, verantwortungsbewusste, verlässliche Deutschland!!
PS: Es ist jedes Mal wieder die gleiche und jedes Mal wieder eine unerwartete Erfahrung oder "Begleiterscheinung", dass ich so fürchterbar oder wunderbar deutsch bin. Wenn ich ins Ausland gehe, dann denke ich an die fremde Kultur, an neue Erfahrungen, an alles, bloß nicht daran, auch Deutschland jeses Mal mehr schätzen und lieben zu lernen. Man merkt halt immer erst was man hat, wenn man es verliert (oder zeitweise nicht mehr hat). Und während ich an mir arbeite, mich für andere Kulturen zu öffnen, noch toleranter zu werden und NICHT zu beurteilen, werde ich auch gleichzeitig immer gefestigter in meinen eigenen (doch recht deutschen) Werten. Ich finde dennoch, dass das ne 'gute' Begleiterscheinung ist! Schließlich: wer fesst verwurzelt ist, kann auch nach den Sternen greifen!
Das Essen ist ja lecker – aber was trinken die Indonesier süß!!! Und sowohl beim Eistee (gesüßter kalter schwarzer Tee) als auch beim Kaffee, ist das, was ich als sehr süß empfinde, für die Indonesier noch gar nichts. Den Tee mag ich so echt gar nicht trinken, und beim Kaffee geht es, aber nur, weil ich auch in D ja nicht gerne Kaffee sondern Milchkaffee, Latte Macchiato, etc. trinke, also auch eher süß…
Und das mit dem fröhlich Essen ausprobieren muss ich jetzt einschränken – ich hatte nämlich nun doch meine erste fürchterliche Durchfallerkrankung mit schrecklichen Magenkrämpfen, Schwäche, Kälte, Fieber, etc… Ich bin dann gleich ins Krankenhaus, weil mir klar war, dass das nicht ohne Medikamente besser wird, und bin mit 4erlei Tabletten nach Hause gekommen. Am nächsten Tag wars schon weg – bloß die Antibiotika nehme ich noch – die soll man ja immer aufbrauchen (falls irgendjemand Bewandertes mir sagen möchte wozu ich bloß Antibiotika bei einer solchen Erkrankung brauche, nur zu!). Dafür hält meine parallele Erkältung leider länger an.
Und noch eine lustige Beobachtung: hier lachen die Mädchen häufig über meine kleinen Scherze. Ich bin aber der Meinung, dass ich diese Art Scherze eigentlich auch in Deutsch mache – es lacht bloß keiner. Eine sehr lustige Feststellung für mich. Hier gibt’s große Heiterkeit, wenn ich (während wir im Krankenhaus warten und ich wirklich leide) sage ich werde sterben. Oder wenn wir bei Regen rausmüssen und natürlich den Regenschirm vergessen haben und ich vorschlage Plastiktüten über den Kopf zu ziehen, und zwei Augenlöcher reinzuschneiden. Oder einfach Dinge ein bisschen übertrieben darstelle. Schade – irgendwie wollen mir keine Beispiele einfallen, die ich in Deutsch genauso gesagt hätte wie hier auf Englisch.
Mit der Arbeit ist es jetzt soweit geklärt, dass ich theoretisch Mo, Mi und Fr, jeweils von 1-4 in dem christlichen Waisenhaus Dana Mulia arbeite, und von 4-6 an meinem Original-Arbeitsplatz Muhammadyah-orphanage. Di bin ich dann nur in Dana Mulia und Do nur in Muhammadyah – jeweils 3 bzw. 2 h. Das Problem ist bloß, dass der Weg im Angkot, zwischen beiden Waisenhäusern 1 Stunde dauert. Und ich bin nicht bereit, für die 5h Arbeit, die sich durch die Fahrzeit auf 4 reduzieren, insgesamt 2 h zu fahren (jeweils hin und zurück noch 30min). Jetzt werden wir testen, wie es ist, wenn mich die AIESECER immer mit dem Motorrad oder Auto bringen. Allerdings bin ich von der indonesischen Verlässlichkeit nicht sehr überzeugt, zumal Regen ein Grund für ne Absage ist, im Motorrad-Fall. Ich habe gerade eine sehr lange Nachricht an die zwei Verantwortlichen geschrieben, dass ich ihr Angebot gerne annehme, mit Ausnahme der Tage, an denen sie mich im Angkot begleiten wollen. Keine Ahnung ob man den Waisenhäusern aufschwatzen kann, sich drauf einzustellen, dass ich bei Regen häufiger nicht komme, oder ob ich mir hier in meiner Umgebung einfach selber um Arbeit kümmer, aber diese Jobsache ist echt frustrierend. Die denken, ich erwarte voll viel, und ich denke „klar ist es super-nervig mich ständig irgendwo hinzukutschieren – aber ich selber wäre nie in einem solchen Dilemma, weil die Praktika die ich besorgen würde genau SO wären, wie ich sie beschreibe“… Ich erwarte ja nicht, dass sie mich fahren, ich erwarte bloß irgendeinen Job, der dem, weswegen ich hergekommen bin entfernt ähnlich ist, und der prozentual mehr als die Hälfte der Zeit wirkliche Arbeit und Lernerfahrung bedeutet, und nicht Fahrzeit.
Achja, Denish findet ich sei „pretty --– for a foreigner“. Praktisch, dass die Menschen da so unterschiedliche Schönheitsvorstellungen haben. Sonst gäbe es ja für wahnsinnig viele Menschen keine Partner (quasi alle die ich okay finde, findet Denish inakzeptabel und andersherum).
Viele Grüße in das geliebte, verantwortungsbewusste, verlässliche Deutschland!!
PS: Es ist jedes Mal wieder die gleiche und jedes Mal wieder eine unerwartete Erfahrung oder "Begleiterscheinung", dass ich so fürchterbar oder wunderbar deutsch bin. Wenn ich ins Ausland gehe, dann denke ich an die fremde Kultur, an neue Erfahrungen, an alles, bloß nicht daran, auch Deutschland jeses Mal mehr schätzen und lieben zu lernen. Man merkt halt immer erst was man hat, wenn man es verliert (oder zeitweise nicht mehr hat). Und während ich an mir arbeite, mich für andere Kulturen zu öffnen, noch toleranter zu werden und NICHT zu beurteilen, werde ich auch gleichzeitig immer gefestigter in meinen eigenen (doch recht deutschen) Werten. Ich finde dennoch, dass das ne 'gute' Begleiterscheinung ist! Schließlich: wer fesst verwurzelt ist, kann auch nach den Sternen greifen!
Sonntag, 8. März 2009
Indonesia: short update
Datum 08.03.
Hallo ihr Lieben
Wollt nur kurz sagen: gestern wollte Suryo mich um 11h abholen, gekommen ist er um 13h, und um 16h waren dann fast alle Praktikanten plus zwei indonesische AIESECer auf einem Vulkan. Der Krater war, wie ich fand, nicht sonderlich spannend, aber dann sind wir ein kurzes Stück durch den Regenwald gegangen und haben freilebende Affen sich von Baum-zu-Baum-hangeln gesehen. Das war cool!
Ich fühle mich mittlerweile immer wohler und bin täglich dankbar für die freundliche Aufnahme von Denish und ihren Freunden – ich mag sie alle total gern.
Ich probiere weiter fröhlich verschiedene Gerichte aus, und während dieses Ding, das nur zum Mitnehmen an der Straße verkauft wird, in einem Bananenblatt und einer Plastiktüte transportiert wird, und dessen Namen ich leider nicht erinner 2-3 Tage auf Platz eins stand, wechselte ich vorgestern mein Lieblingsgericht (Namen weiß ich leider auch nicht) und heute schon wieder. Jetzt heißt es Dadar Ayam (Nummer 4). Hmmm – lecker!! (Bilder folgen)
Achja – da ich von Daniel um einen Eindruck der Straßen hier gebeten wurde, lade ich gerade drei Bilder von Ciumbuleuit hoch – der Hauptstraße, von der kleine Gassen abgehen, die zu Denishs Haus führen, die man aber auch als eigene Adresse angibt. Eins davon zeigt einen typischen, ekeligen Müllhaufen am Rand, der Straße. Möchte sie aber auch nochmal bei strahlend blauem Himmel aufnehmen…
So, das Bett (in diesem Fall der Boden) ruft!
Winke, winke nach Deutsche Land
Hallo ihr Lieben
Wollt nur kurz sagen: gestern wollte Suryo mich um 11h abholen, gekommen ist er um 13h, und um 16h waren dann fast alle Praktikanten plus zwei indonesische AIESECer auf einem Vulkan. Der Krater war, wie ich fand, nicht sonderlich spannend, aber dann sind wir ein kurzes Stück durch den Regenwald gegangen und haben freilebende Affen sich von Baum-zu-Baum-hangeln gesehen. Das war cool!
Ich fühle mich mittlerweile immer wohler und bin täglich dankbar für die freundliche Aufnahme von Denish und ihren Freunden – ich mag sie alle total gern.
Ich probiere weiter fröhlich verschiedene Gerichte aus, und während dieses Ding, das nur zum Mitnehmen an der Straße verkauft wird, in einem Bananenblatt und einer Plastiktüte transportiert wird, und dessen Namen ich leider nicht erinner 2-3 Tage auf Platz eins stand, wechselte ich vorgestern mein Lieblingsgericht (Namen weiß ich leider auch nicht) und heute schon wieder. Jetzt heißt es Dadar Ayam (Nummer 4). Hmmm – lecker!! (Bilder folgen)
Achja – da ich von Daniel um einen Eindruck der Straßen hier gebeten wurde, lade ich gerade drei Bilder von Ciumbuleuit hoch – der Hauptstraße, von der kleine Gassen abgehen, die zu Denishs Haus führen, die man aber auch als eigene Adresse angibt. Eins davon zeigt einen typischen, ekeligen Müllhaufen am Rand, der Straße. Möchte sie aber auch nochmal bei strahlend blauem Himmel aufnehmen…
So, das Bett (in diesem Fall der Boden) ruft!
Winke, winke nach Deutsche Land
Donnerstag, 5. März 2009
Indonesia: 1st day of work - yeah
Datum 05.03.
Hallo ihr Lieben
Gerade komme ich von meinem ersten richtigen Arbeitstag. Erschöpft aber glücklich!! ;)
Gerade am ersten Tag, an dem ich Angkot alleine benutzen muss, und leider vorher nicht mehr zusammen mit jemandem die Strecke testen konnte, regnet es natürlich wie aus Kübeln. Ein kleiner Gruß aus der Regenzeit (zur Zeit befinden wir uns ja in der „transition period“ – was, denke ich, die perfekte Zeit für mich war, herzukommen, denn in der vollen Trockenzeit müsste ich ja eingehen wie ne Primel im Backofen, bei der Standardkuchenbacktemperatur ;) [ihr seht: ich bin zu Scherzen aufgelegt]). Die Orte, an denen sich in D Fußwege befinden, verwandeln sich in reißende Bäche, und mannomann sind Flipflops glitschig. Aber richtige Schuhe anziehen wär noch bescheuerter – die werden ja tagelang nicht mehr trocken!
Heut mittag um 14h hats angefangen und bisher (18.30h) auch nicht wieder aufgehört. Habe vorhin versucht ein bisschen den Regen auf Fotos einzufangen, tue davon dann auch welche in mein Album.
Die Kinder sind sehr süß – muss demnächst unbedingt ein paar Fotos machen um sie euch zeigen zu können. Heute war ich aber voll beschäftigt. Die älteste war 18 Jahre die jüngste, die auch zuhören konnte, vermutlich 7-8. Können 7-8jährige in D eigentlich schon die Uhr lesen??? Hab ja keinen Schimmer! Muss grad ein wenig über mich selber lachen.
Naja – angefangen haben wir mit ner kurzen Wiederholung, von dem, was wir bei dem spontanen Unterricht nach der Vorstellungsrunde gemacht haben. Das heißt, ich hab nach Farben gefragt, und sie haben dann auf Gegenstände in der selbigen gezeigt. Dann haben wir die Zahlen 1-10 aufgeschrieben und ich habe beispielsweise 2 Treppen (Vokabel vom ersten Treffen) aufgemalt und sie haben dann gesagt, was das ist. Dann hab ich nen Körper aufgemalt und jegliche Körperteile benannt. Dann konnte ich zum Glück die 18jährige nach vorne bitten, und dann hab ich halt jeweils auf ihre Ellenbogen, Beine und Augen gezeigt, und gesagt „these are her eyes“, „this is her leg“, etc. Dann musste sie auf meine Position und am nächsten Mädchen ein paar Körperteile zeigen. Zuerst haben die sich gewunden und totgelacht, alles auf einmal, aber dann gings, der Reihe nach. Währenddessen konnte ich dann immer wieder auf den Unterschied zwischen ‚this is‘ und ‚these are‘ und dann bitte mit einem s am Ende hinweisen… Ich denke ein bisschen haben sie durch diese andauernde Wiederholung schon gelernt. Und dann hab ich ein paar Körperteile nochmal in verschiedener Anzahl angemalt, dann konnten sie üben „this is one foot“ und „these are seven fingers“ mit s am Ende. Bei diesen beiden Dingen bin ich mir echt sicher, dass das effektiv war. Danach hab ich allerdings die Zeit anzugeben gemacht (wollte nämlich selber grad wissen wie spät es ist) da hat die Älteste eigentlich die komplette Zeit den anderen vorsagen müssen. Aber wer weiß – ich hoffe ja doch, dass sie sich das evtl. nachher auf Indonesisch erklären, und auf Dauer doch lernen.
Fällt euch eigentlich ein Kinderlied oder etwas geeignetes zum Singen auf Englisch ein?
Ich freue mich schon drauf, wenn sie gar keine Hemmungen mehr haben und alle fröhlich mitreden!!
Denish ist seit heute bis Di Abend bei ihren Eltern und ich bin zuerst mit Tami und Tari und Gilang allein zu Haus, die hauen aber morgen auch alle nacheinander ab. Morgen arbeite ich nochmal, und Sa gucken sich wohl irgendwie (hab noch keine genaue Info, und es dauert sicher auch, bis ich sie krieg, wenn ich sie überhaupt krieg) alle Praktikanten hier einen Vulkan an. Da will ich dann dabei sein. Ob ich danach für Sa und Mo Denish in Jakarta besuche, (Mo ist hier anscheinend Feiertag, obwohl ich vermutlich auch ins Waisenhaus gehen könnte, ich glaub die sind da seheeer flexibel) oder hier bleibe und mich mit anderen Leuten verabrede und vielleicht mal shoppen gehe weiß ich noch nicht. Brauch ja noch unbedingt nen Kostüm oder sowas…
Hab das grad zum ersten Mal ausgerechnet, und bin etwas baff: ich zahle hier für sms nur 1 cent!!
Und was ich auch noch nicht erzählt habe, das ist diese wunderbare Quäkerei, die man hier 5 Mal am Tag hören kann. Der gute Moslem betet ja 5 Mal am Tag, und damit er die Zeitspannen dafür nicht vergisst, hört man halt öfter mal sonen quäkigen Gesang, den ersten um 4.30h in der Frühe, gerade eben gings wieder los, deswegen denk ich grad dran. Ich habe meine lieben Mädels hier schon aufgezogen, dass sie, WENN das schon sein muss, wenigstens was hübsches aufnehmen/singen könnten um alle Welt zu stören ;) werd gleich mal fragen müssen, ob da wirklich jemand quäkt, oder ob das ne Band ist.
[Nachtrag vom 06.03.: ich habe gefragt, und die eigentliche Aufforderung zum Beten ist ein Mann und ein Mikrophon - jedes Mal. Und zwar geht halt einer mit nem Mikrophon vor die Moschee. Da hier aber überall kleine Moscheen versteckt sind, hat glaube ich jeder was von dem Geräusch. Es läuft aber auch häufiger vor der Beten-quäkerei ein fast genauso quäkiger Gesang vom Band ab. Die Antwort ist also: beides!]
So - jetzt geh ich Abendbrot essen,
viele liebe Grüße nach Germania
Eure Elisa
PS: ich habe 20 Mückenstiche!!
Hallo ihr Lieben
Gerade komme ich von meinem ersten richtigen Arbeitstag. Erschöpft aber glücklich!! ;)
Gerade am ersten Tag, an dem ich Angkot alleine benutzen muss, und leider vorher nicht mehr zusammen mit jemandem die Strecke testen konnte, regnet es natürlich wie aus Kübeln. Ein kleiner Gruß aus der Regenzeit (zur Zeit befinden wir uns ja in der „transition period“ – was, denke ich, die perfekte Zeit für mich war, herzukommen, denn in der vollen Trockenzeit müsste ich ja eingehen wie ne Primel im Backofen, bei der Standardkuchenbacktemperatur ;) [ihr seht: ich bin zu Scherzen aufgelegt]). Die Orte, an denen sich in D Fußwege befinden, verwandeln sich in reißende Bäche, und mannomann sind Flipflops glitschig. Aber richtige Schuhe anziehen wär noch bescheuerter – die werden ja tagelang nicht mehr trocken!
Heut mittag um 14h hats angefangen und bisher (18.30h) auch nicht wieder aufgehört. Habe vorhin versucht ein bisschen den Regen auf Fotos einzufangen, tue davon dann auch welche in mein Album.
Die Kinder sind sehr süß – muss demnächst unbedingt ein paar Fotos machen um sie euch zeigen zu können. Heute war ich aber voll beschäftigt. Die älteste war 18 Jahre die jüngste, die auch zuhören konnte, vermutlich 7-8. Können 7-8jährige in D eigentlich schon die Uhr lesen??? Hab ja keinen Schimmer! Muss grad ein wenig über mich selber lachen.
Naja – angefangen haben wir mit ner kurzen Wiederholung, von dem, was wir bei dem spontanen Unterricht nach der Vorstellungsrunde gemacht haben. Das heißt, ich hab nach Farben gefragt, und sie haben dann auf Gegenstände in der selbigen gezeigt. Dann haben wir die Zahlen 1-10 aufgeschrieben und ich habe beispielsweise 2 Treppen (Vokabel vom ersten Treffen) aufgemalt und sie haben dann gesagt, was das ist. Dann hab ich nen Körper aufgemalt und jegliche Körperteile benannt. Dann konnte ich zum Glück die 18jährige nach vorne bitten, und dann hab ich halt jeweils auf ihre Ellenbogen, Beine und Augen gezeigt, und gesagt „these are her eyes“, „this is her leg“, etc. Dann musste sie auf meine Position und am nächsten Mädchen ein paar Körperteile zeigen. Zuerst haben die sich gewunden und totgelacht, alles auf einmal, aber dann gings, der Reihe nach. Währenddessen konnte ich dann immer wieder auf den Unterschied zwischen ‚this is‘ und ‚these are‘ und dann bitte mit einem s am Ende hinweisen… Ich denke ein bisschen haben sie durch diese andauernde Wiederholung schon gelernt. Und dann hab ich ein paar Körperteile nochmal in verschiedener Anzahl angemalt, dann konnten sie üben „this is one foot“ und „these are seven fingers“ mit s am Ende. Bei diesen beiden Dingen bin ich mir echt sicher, dass das effektiv war. Danach hab ich allerdings die Zeit anzugeben gemacht (wollte nämlich selber grad wissen wie spät es ist) da hat die Älteste eigentlich die komplette Zeit den anderen vorsagen müssen. Aber wer weiß – ich hoffe ja doch, dass sie sich das evtl. nachher auf Indonesisch erklären, und auf Dauer doch lernen.
Fällt euch eigentlich ein Kinderlied oder etwas geeignetes zum Singen auf Englisch ein?
Ich freue mich schon drauf, wenn sie gar keine Hemmungen mehr haben und alle fröhlich mitreden!!
Denish ist seit heute bis Di Abend bei ihren Eltern und ich bin zuerst mit Tami und Tari und Gilang allein zu Haus, die hauen aber morgen auch alle nacheinander ab. Morgen arbeite ich nochmal, und Sa gucken sich wohl irgendwie (hab noch keine genaue Info, und es dauert sicher auch, bis ich sie krieg, wenn ich sie überhaupt krieg) alle Praktikanten hier einen Vulkan an. Da will ich dann dabei sein. Ob ich danach für Sa und Mo Denish in Jakarta besuche, (Mo ist hier anscheinend Feiertag, obwohl ich vermutlich auch ins Waisenhaus gehen könnte, ich glaub die sind da seheeer flexibel) oder hier bleibe und mich mit anderen Leuten verabrede und vielleicht mal shoppen gehe weiß ich noch nicht. Brauch ja noch unbedingt nen Kostüm oder sowas…
Hab das grad zum ersten Mal ausgerechnet, und bin etwas baff: ich zahle hier für sms nur 1 cent!!
Und was ich auch noch nicht erzählt habe, das ist diese wunderbare Quäkerei, die man hier 5 Mal am Tag hören kann. Der gute Moslem betet ja 5 Mal am Tag, und damit er die Zeitspannen dafür nicht vergisst, hört man halt öfter mal sonen quäkigen Gesang, den ersten um 4.30h in der Frühe, gerade eben gings wieder los, deswegen denk ich grad dran. Ich habe meine lieben Mädels hier schon aufgezogen, dass sie, WENN das schon sein muss, wenigstens was hübsches aufnehmen/singen könnten um alle Welt zu stören ;) werd gleich mal fragen müssen, ob da wirklich jemand quäkt, oder ob das ne Band ist.
[Nachtrag vom 06.03.: ich habe gefragt, und die eigentliche Aufforderung zum Beten ist ein Mann und ein Mikrophon - jedes Mal. Und zwar geht halt einer mit nem Mikrophon vor die Moschee. Da hier aber überall kleine Moscheen versteckt sind, hat glaube ich jeder was von dem Geräusch. Es läuft aber auch häufiger vor der Beten-quäkerei ein fast genauso quäkiger Gesang vom Band ab. Die Antwort ist also: beides!]
So - jetzt geh ich Abendbrot essen,
viele liebe Grüße nach Germania
Eure Elisa
PS: ich habe 20 Mückenstiche!!
Indonesia: work - nothing works ;)
03.03.
Nachtrag, was meine Arbeit betrifft: Mit der Arbeit hat es erst gar nicht geklappt, aber das wird schon noch. Gestern (Mo) habe ich die Kinder erstmal kennengelernt, und sollte dann gleich spontan anfangen. Das war ganz schön schockend. Zumal die nicht so aktiv waren, wie ich mir das erwünscht hatte, so dass sie, wenn ich stairs sage, ihnen stairs zeige und sie anlächel und mit Gesten auffordere stairs zu sagen, fröhlich lächeln und stumm wie die Fische bleiben… puhhh
Nachtrag, was meine Arbeit betrifft: Mit der Arbeit hat es erst gar nicht geklappt, aber das wird schon noch. Gestern (Mo) habe ich die Kinder erstmal kennengelernt, und sollte dann gleich spontan anfangen. Das war ganz schön schockend. Zumal die nicht so aktiv waren, wie ich mir das erwünscht hatte, so dass sie, wenn ich stairs sage, ihnen stairs zeige und sie anlächel und mit Gesten auffordere stairs zu sagen, fröhlich lächeln und stumm wie die Fische bleiben… puhhh
Montag, 2. März 2009
Indonesien: zweite Eindrücke
I hate Unreliability and Disorganization!!! I hate, I hate, I hate it.
Naja - man gewöhnt sich wohl irgendwie dran. Gearbeitet hab ich heut immernoch nicht. Keiner kriegt auch nur irgendwas geregelt. Im Waisenhaus erwartet mich irgendwie niemand, und die AIESECER sind zwar sehr besorgt, aber haben das ganze ja offensichtlich nicht sonderlich festgezurrt - angeblich wird immer was geklärt, und nachher weiß doch niemand Bescheid und Suryo und Marsha sind nicht mehr zu erreichen...
Was soll ich sonst sagen?
Es gäbe wahrscheinlich soo viel zu erzählen, dass ich nicht weiß, wo ich anfangen soll.
Ich will nun doch indonesisch lernen - man kann wohl in 2 Monaten doch etwas erreichen, also lohnt es sich jetzt für mich.
Das Wetter ist relativ fantatstisch - heute hab ich unbemerkt meinen ersten Sonnenbrand verpasst bekommen.
Ich trage nun auch schon manchmal Jeans plus T-Shirt, obwohl ich vorher annahm, ich würde schmelzen in solchen Klamotten, bei der Hitze.
Meist ist es vermutlich Mitte der 20er, oft strahlend-blauer Himmel, manchmal bewölkt, ganz selten regnet es und dann war ich eh zufällig drin.
Der schlimme Kulturschock ist vorbei - ich fühle mich eigentlich schon recht wohl und wie zu Hause.
Ich meine zu merken, dass das Eingewöhnen in andere Kulturen immer schneller vonstatten geht. Zuerst der totale Schock, aber schon am 3. Tag alles gut und von da an fast schon normal. Dem Wetter muss ich nicht hinterherrennen - ich kann prima bei Traumwetter drinnen bleiben - es ist ja sowieso das ganze Jahr so. Ich nehme auch schon mehr am Studentenleben hier teil, esse mit immer einer anderen Zusammensetzung der gleichen Gruppe hier im Stadtteil, gucke abends DVDs und habe erst letzten Sonntag die erste touristische Unternehmung begonnen (eine Moschee bestiegen und von ihren Türmen auf die riesige Stadt Bandung geschaut - 2 Millionen).
Das Duschen wie die Toilette sind schon irgendwie erträglich, die völlig brüchigen/holperigen/steinigen Straßen ohne Fußwege fallen nicht mehr sehr auf, auch der Müll am Straßenrand nicht oder die flachen Häuser oder die Bruchbuden zwischendurch, oder die Buntheit und der Überfluss an Werbeplakaten oder die Menschenmassen. Auch mache ich mir hier keine Gedanken auf der Straße zu gehen (wo auch sonst?) - obwohl die Autos und Motorroller wirklich völlig wild fahren. Die Straßen sind immer komplett überfüllt und es ist null Ordnung vorhanden.
Ich esse zweimal am Tag warm, jedesmal für zwischen 8000 und 18000 Rupiah; 16000 Rupiah = 1 Euro.
Ich bin noch nicht um Fotos gebeten worden (wie in Beijing) - zum Glück!!
Meine Gastschwester Denish mag ich schon seeehr gerne, und außerdem habe ich, glaube ich, echt Glück gehabt, sie ist schon sehr offen und fröhlich und scheint mich wirklich zu mögen.
Ihre Freunde sind äußerst hilfsbereit und eben immer gut gelaunt. Ich denke das muss an der Sonne liegen.
Man fährt hier mit dem öffentlichen Transportsystem, das sind kleine Bullis, die man ranwinkt, wenn man einsteigen will, deren Fahrern man "kiri, kiri" zuruft, wenn man aussteigen will (kiri heißt links, der Fahrer soll also links ranfahren, mit dem Linksverkehr -das hatte ich vorher auch nicht bedacht...), denen man nach dem Aussteigen 1000-3000 Rupiah durch Fenster hereinreicht, die einem nie das volle Wechselgeld herausgeben und die Angkot heißen. Ich mache mir schon etwas Sorgen vor der ersten eigenen Fahrt von und zum Waisenhaus - besonders, dass ich mir nicht merken kann, wann ich aussteigen muss. Die Tür bleibt während der Fahrt offen, und der Fahrer möchte, dass man so viele wie möglich hineinquetscht - ich habe bei einer Fahrt so weit an der Tür gesessen, dass ich die ganze Zeit den Kopf hinausgehalten und mich umgeschaut habe.
Das sind so ein paar ausschnitthafte Eindrücke - wer schonmal in einem asiatischen Land war, weiß, was ich meine, und wer nicht, wird das auch nie richtig verstehen...
Ich vermisse euch dennoch -
bin aber ja bald wieder da.
Naja - man gewöhnt sich wohl irgendwie dran. Gearbeitet hab ich heut immernoch nicht. Keiner kriegt auch nur irgendwas geregelt. Im Waisenhaus erwartet mich irgendwie niemand, und die AIESECER sind zwar sehr besorgt, aber haben das ganze ja offensichtlich nicht sonderlich festgezurrt - angeblich wird immer was geklärt, und nachher weiß doch niemand Bescheid und Suryo und Marsha sind nicht mehr zu erreichen...
Was soll ich sonst sagen?
Es gäbe wahrscheinlich soo viel zu erzählen, dass ich nicht weiß, wo ich anfangen soll.
Ich will nun doch indonesisch lernen - man kann wohl in 2 Monaten doch etwas erreichen, also lohnt es sich jetzt für mich.
Das Wetter ist relativ fantatstisch - heute hab ich unbemerkt meinen ersten Sonnenbrand verpasst bekommen.
Ich trage nun auch schon manchmal Jeans plus T-Shirt, obwohl ich vorher annahm, ich würde schmelzen in solchen Klamotten, bei der Hitze.
Meist ist es vermutlich Mitte der 20er, oft strahlend-blauer Himmel, manchmal bewölkt, ganz selten regnet es und dann war ich eh zufällig drin.
Der schlimme Kulturschock ist vorbei - ich fühle mich eigentlich schon recht wohl und wie zu Hause.
Ich meine zu merken, dass das Eingewöhnen in andere Kulturen immer schneller vonstatten geht. Zuerst der totale Schock, aber schon am 3. Tag alles gut und von da an fast schon normal. Dem Wetter muss ich nicht hinterherrennen - ich kann prima bei Traumwetter drinnen bleiben - es ist ja sowieso das ganze Jahr so. Ich nehme auch schon mehr am Studentenleben hier teil, esse mit immer einer anderen Zusammensetzung der gleichen Gruppe hier im Stadtteil, gucke abends DVDs und habe erst letzten Sonntag die erste touristische Unternehmung begonnen (eine Moschee bestiegen und von ihren Türmen auf die riesige Stadt Bandung geschaut - 2 Millionen).
Das Duschen wie die Toilette sind schon irgendwie erträglich, die völlig brüchigen/holperigen/steinigen Straßen ohne Fußwege fallen nicht mehr sehr auf, auch der Müll am Straßenrand nicht oder die flachen Häuser oder die Bruchbuden zwischendurch, oder die Buntheit und der Überfluss an Werbeplakaten oder die Menschenmassen. Auch mache ich mir hier keine Gedanken auf der Straße zu gehen (wo auch sonst?) - obwohl die Autos und Motorroller wirklich völlig wild fahren. Die Straßen sind immer komplett überfüllt und es ist null Ordnung vorhanden.
Ich esse zweimal am Tag warm, jedesmal für zwischen 8000 und 18000 Rupiah; 16000 Rupiah = 1 Euro.
Ich bin noch nicht um Fotos gebeten worden (wie in Beijing) - zum Glück!!
Meine Gastschwester Denish mag ich schon seeehr gerne, und außerdem habe ich, glaube ich, echt Glück gehabt, sie ist schon sehr offen und fröhlich und scheint mich wirklich zu mögen.
Ihre Freunde sind äußerst hilfsbereit und eben immer gut gelaunt. Ich denke das muss an der Sonne liegen.
Man fährt hier mit dem öffentlichen Transportsystem, das sind kleine Bullis, die man ranwinkt, wenn man einsteigen will, deren Fahrern man "kiri, kiri" zuruft, wenn man aussteigen will (kiri heißt links, der Fahrer soll also links ranfahren, mit dem Linksverkehr -das hatte ich vorher auch nicht bedacht...), denen man nach dem Aussteigen 1000-3000 Rupiah durch Fenster hereinreicht, die einem nie das volle Wechselgeld herausgeben und die Angkot heißen. Ich mache mir schon etwas Sorgen vor der ersten eigenen Fahrt von und zum Waisenhaus - besonders, dass ich mir nicht merken kann, wann ich aussteigen muss. Die Tür bleibt während der Fahrt offen, und der Fahrer möchte, dass man so viele wie möglich hineinquetscht - ich habe bei einer Fahrt so weit an der Tür gesessen, dass ich die ganze Zeit den Kopf hinausgehalten und mich umgeschaut habe.
Das sind so ein paar ausschnitthafte Eindrücke - wer schonmal in einem asiatischen Land war, weiß, was ich meine, und wer nicht, wird das auch nie richtig verstehen...
Ich vermisse euch dennoch -
bin aber ja bald wieder da.
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