Freitag, 5. Februar 2010

Mitten im Studium

Hallo ihr Lieben

Ja – ich weiß – ewig ist es her dass ich mich meldete.

So ist das wohl, wenn der Alltag einsetzt. Dann sind die Sachen die es zu erzählen gäbe nicht mehr ganz so außergewöhnlich, und der Bedarf eben diese zu erzählen nicht mehr so stark wie beispielsweise in Indonesien...

Aber ein kleines Update will ich uns dennoch gönnen.
Ich war letztens mit dem host.uk-Programm in Stockport im Norden Engalnds und hab zwei deutsche Damen besucht – Petra Meier und Sabine von Hünerbein. Kicher.
Wir haben schön viel Deutsch gesprochen und deutsch gefrühstückt und sie haben mir n frisches deutsches Brot gebacken das ich mitnehmen durfte
:)

Und ich hab meinen ersten englischen Pudding gegessen – und nicht nur das, ich hab ihn mir auch noch selbst gemacht. Ich erwähnte das nämlcih als eines der Dinge die noch ausprobieren müsse – Pudding – und da haben sie mir n Kochbuch aufn Schoß gelegt und ich hab mich für nen Lemon Sponge Pudding entschieden – und als es dann ans kochen ging meinten die beidne ich könne ja schonmal anfangen und zum Schluss hatte ich ihn ganz allein gemacht und er war HAMMER lecker (ja Tanja und Eliane – good guess – könnte gut sein) und Sabine und Petra meinten ich dürfe denen gerne mal wieder was machen ;)

Und dann waren wir im Lake District – ich lade mal Fotos hoch. Das war schön – das letzte Mal Natur war für mich schon viel zu lange her. Und am Sonntag dann im tristen Manchester. Da hab ich mich in ein viel zu schickes und damit ohen jegliche Verwendung für mich Kleid verliebt und es schlussendlich auch gekauft. War auch voll reduziert. Auch davon lad ich mal Fotos hoch. Und falls mcih jemand ins Ballett oder so einladen will, oder auf ne Hochzeit – damit ich das Kleid mal ausführen kann: bitte, gerne ;)

Und dann waren wir schön Tee trinken im Hotel. Mit weißer Tischdecke und Porzellan und Sandwhiches vorweg dann eine Kuchen selection und zum Abschluss ziieeemlich gute Scones.

Und zum Studium: das ist toll und ne ziemliche Herausforderung. Es gibt sehr, sehr viel zu tun, und ich würde immer gerne mehr schaffen als ich schaffe. Ich weiß überhaupt nicht genau wo meine Zeit bleibt!

Im letzten Semester hatte ich folgende Kurse ‚Violence the State and Global Politcs‘, ‚Diplomacy‘ und ‚Propaganda‘, und im jetzigen term habe ich ‚Ethics in International Relations‘ (total geil!), immernoch 'Diplomacy' und 'Concepts and Methods in International Relations'.

Propganada wollte ich am wenigsten gern von den Optionen die ich mir ausgesucht hab, und das war der Kurs der mir am meisten Spaß gemacht hat im letzten term. Und dieses Semester ist es Ethik. Es fragt sich sehr, ob ich nicht doch lieber Philosophie hätte studieren sollen. So begeistert wie ich war ne ordentlich Darstellung Kants zu lesen!

Oh - und es ist irgendwie so schön, das, was sich als 'richtig' anfühlt jetzt auch mit grandiosen Argumenten udn Theorien untermauern zu können. Toller Kurs. Wird übrigens von Mervyn Frost unterrichtet und als Core Reading in dem Kurs lesen wir eins seiner Bücher. Ob das nun ein Hinweis darauf ist, dass wir von einem der Besten des Faches unterrichtet werden? - man weiß es nicht. Aber da sich immernoch verhältnismäßig wenige mit Ethik in den Internationalen Beziehungen beschäftigen ist er schon mehr oder weniger eine Koriphäe denke ich.

Meinen ersten essay habe ich nun auch zurück - und nun gehe ich demnächst erstmal ins Tutorial und frag nach was da denn als Kommentar drauf steht. Das ist nämlcih WIRKLICH nicht leserlich. Und ich bin sehr wissenschaftlich und deduktiv vorgegangen um das herauszufinden - und konnte es dennoch nicht entziffern. Ich spiele mit dem Gedanken das Teil zu fotografieren - nur damit ihr seht, dass ich nicht übertreibe.

Achja - und zum Studium noch: ich gasthöre! Wenn man so ausgelastet ist wie ich und dann noch freiwillig nen Kurs mehr besucht - dann muss es wohl Spaß machen. Ich gehe also noch zusätzlich zu 'The result of war is never final'.
Und akademisches Englisch ist auch schon quasi kein Problem mehr. Wisst ihr, alle diese hochtrabenden Wörter die man nutzen sollte um akademisch und für nicht-Studierte unverständlich zu klingen (sonst hätte man als Akademiker ja kein Monopol und kein eliäres Gefühl mehr, und jeder Hans und Franz könnte einen verstehen) - die fliegen mir nun auch so zu. Wenn es beispielsweise um interkulturelle Kommunikation gehen soll (und das soll es glaube ich in meiner Masterarbeit) dann schüttel ich sonen Blubbertitel wie 'Implications of Intercultural Communication for Conflict Resolution. The Crisis in Darfur' mal eben ausm Ärmel...

Jetzt habt ihr hoffentlich mal wieder einen kleinen Eindruck bekommen - das Leben nimmt so seinen Lauf - in London gibt es noch endlos viel zu entdecken - ich gehe nicht annähernd hinlänglich feiern - dafür mache ich mir mehr spirituelle-wie verbessere ich mich selbst-Gedanken als jemals zuvor - Englisch fühlt sich heimelig an und die BBC macht ECHT gute Dokumentationen.
Ich schicke euch viele warme Gedanken ins schöne Deutschland.
Lasst es euch gut gehen!
Eure Elisa

PS: mein Deutsch läasst nach, wie ich beim Nachlesen bemerke... Überall wiederhole ich Wörter. Verzeiht.
PPS: und für diejenigen die Sorgen hatten, dass das King's evtl. zu Army-nah und konservativ ist: das Studium verdirbt mich gar nicht. Überhaupt nicht! Zum Glück. Ich hinterfrage und denke mehr als je zuvor.

Freitag, 23. Oktober 2009

Alltag stellt sich ein und das Studium der Internationalen Konflikte beginnt...

Hallo ihr Lieben

Ich weiß - ich muss mich mal dringend wieder melden. Aber das Leben hat mich schon gepackt und in seinen Strudeln und das ist ja auch irgendwie sehr schön.
Und nun ist Freitag Abend, das heißt das we steht an - ohne Besuch mal - und ich werd ein bisschen Zeit haben. Freu mich schon.

Und heut Abend war ich mit Safia (meiner lieben Mitbewohnerin) im Gourmet Burger Kitchen - sie hatte nen Rabattgutschein. Und dann stand Ben & Jerry's auf der Karte und ich sagte 'ohhhhh' und sie meinte wir könnten uns ja nachher nen richtigen Topf kaufen und zu Hause bei friends essen. Und dann sind wir in den Waitrose - nur um mal zu schauen wie teuer es da ist - und mich traf fast der Schlag: 2 Stück für 4 Pfund. Ich wollte gleich 2 nur für mich kaufen - aber Safia meinte sie würden nicht passen - womit sie wohl Recht hat. Aber vor Beginn November geh ich nochmal hin... Also, stellt euch darauf ein, wenn wir uns wiedersehen bin ich ne Kugel :)
Besonders lustig war das Angebot sowieso, der normale Preis ist nämlcih 3,99 für eins - und dann daneben das Angebotsschild 2 Stück für 4 Pfund. Kicher. Da spar ich doch lieber den einen Penny und nehme bloß eins. Logisch.

Also. Wo fange ich an?
Vielleicht so: das Studium hat angefangen und es ist fantastisch. Dass es fantastisch ist, liegt meiner Meinung nach am King's College, daran dass mein Studiengang sehr gut passt, aber auch vorrangig an meiner Einstellung. Hoffe, dass ich mir Selbige das ganze Jahr durch erhalten kann - aber erstmal gehe ich davon aus, ich bin ja realistisch ;)

Wieso ist das King's toll?
Das King's ist ja sehr prestigeträchtig, sehr alt, sehr anspruchsvoll, sehr groß und sehr multikulturell. Das King's nimmt von überall die Besten. Und irgendwie macht dieses aristokratische Flair (Demokratie wird meiner neuen Meinung nach ja hoffnungslos überbewertet ;) ), dieses Gefühl von 'wir waren schon ewig da - wir formen die Gesellschaft - wir wollen nur das Beste und die Besten' auch einen Teil meiner Arbeitsbereitschaft aus - ehrgeizig wie ich bin.

Allein das Arbeitsgefühl in dieser Bibliothek ist ein ganz anderes, ach, was sag ich, ich fang ja völlig falsch an: allein das Gefühl sich auf den Weg in die Bibliothek zu machen ist schon ein anderes. Ihr müsst mal Fotos schauen - ein bisschen ne Kombination aus Märchen und Harry Potter und so - wie man sich das bei alten, wichtigen Unis vorstellt. Und demnächst - wenn meine Kamera wieder funktioniert, mache ich auch Fotos drinnen - von der ehemaligen Kapelle und vom Circular Reading Room. Den liebe ich, den Raum. Groß, rund, mit rundem Glasdach, über drei Ebenen, Bücher an den Wänden bis ganz nach oben, schmiedeeiesernen Emporen- und Galleriengeländern, Holztische und kleine Glaslampenschirme überall. Wenn ich da mal von meinen Texten aufschaue, dann freu ich mich...
Als ich den Raum gesehen hab dachte ich mir (natürlich im Spaß): da haben sich die Tausende an Studiengebühren doch gelohnt!

Und ansonsten bietet das King's auch noch ne ganze Menge an anderen Dingen. Veranstaltungen, Diskussionsrunden usw.
Ich war schon bei einer Veranstaltung mit dem schönen Titel "Way More Powerful than Pacifism - How Insider Peacebuilders Prevent Killing" und gerade erst bei "Talking with Terrorists - The Northern Ireland experience & its contemporary relevance". Der Hammer! Da waren Brendan Duddy and Michael Oatley, zwei Männer die ein enormes politisches wie persönliches Risiko eingingen, als sie den geheimen backchannel zwischen der IRA und dem Britischen Geheimdienst aufbauten und dadurch die Waffenstillstände sowie das Belfast Agreement ermöglichten. Und das, während die Gewalt eine Atmosphäre geschaffen hatte, in der es in der Öffentlichkeit undenkbar war mit Terroristen zu verhandeln. Ich weiß nicht - ich könnte zwar versuchen rüberzubringen was sie für diese Welt getan haben, aber es würde sehr lange dauern. Wen es wirklich interessiert, der schaut sich Peter Taylor’s BBC Dokumentation ‘The Secret Peacemaker’ an. Sehr bewegend. Und ansonsten lasst euch gesagt sein: Duddy hat definitiv und merkbar für viele, viele Menschen diese Welt einen besseren Ort gemacht. Und sein Beitrag ist noch jetzt spürbar und wird es auch noch ein paar Jahrhunderte sein.
Und, achja, ich hab mit ihm gesprochen :)
Nach der Veranstaltung gabs nen Empfang - und da hab ich ein, zwei Fragen gestellt.

Achja - mal was ganz anderes: Liebe Tanja, liebe Eliane - es tut mir Leid dass ich euch hab den ewig langen Beitrag lesen lassen, warum London toll ist. Mittlerweile kann ich das alles in einem Satz zusammenfassen denn es gibt ein totschlag Argument für London: London hat vier IKEAs. Vier!
;)

Und ansonsten ist das Leben immer wieder mal spaßig.
Hatte bspw. ne Tour durch St. Pauls, und die gute Dame gab einem das Gefühl wieder zur Schule zu gehen. Wissend, dass sie ne Gruppe reiner King's Studenten vor sich hat, trug sie Dinge vor wie "(...) a man you may have heard of, Eisenhower, (...)" und ähnliches. Mannomann.
Und was dann noch ganz nett war, ist dass stündlich im St. Pauls alle Besucher gebeten werden ein paar Minuten innezuhalten damit gebetet werden kann. Für alle Menschen und besonders diejenigen die hungern und leiden. Und als wir da waren auch für die King's College Studenten. Und, nein - sie nehmen sich nicht jede Stunde ein anderes der x Londoner Colleges vor und beten genau für deren Studenten, also war es schon ein bisschen besonders.

So - und nun hab ich zwar noch drei Themen auf meiner Liste, die ich eigentlich ansprechen wollte, aber ich bin müde und der Text ist schon lang und die Fotos wollt ich auch noch untertiteln, und...

Also schicke ich einfach die besten Wünsche und Grüße ins Deutsche Land!

Sonntag, 20. September 2009

Juhu, juhu, juhu und ein Ode an London

Juhu, juhu, juhu


Wo soll ich anfangen?

Das Leben ist schön, London ist großartig und es gibt so vieeeeele tolle Menschen!!
a) ich habe schon das erste mal Post an meine neue Adresse in den Digby Crescent bekommen. Geil was?
und
b) ich ha jetzt meine Student Oyster Card. Juhu, juhu, juhu. Das ist Schritt 2 auf der ich werd ne echte Londonerin Skala. Weil da kommen Touris nun mal einfach nicht dran – unter keinen Umständen. Hab ich schon juhu gesagt??

Und ansonsten war das we auch cool. Das gesamte U-Bahnnetz war flachgelegt (naja – zumindest in Ausschnitten) aber die Central, die Circle und die Victoria Line fuhren alle ganz. Das war prima, denn das sind zurzeit meine Bahnen.

London wird nach und nach und Stück, für Stück erobert. Ein langwieriger Prozess bei einer Traumstadt wie London, heute bin ich zum ersten Mal bei Highbury und Islington raus – das hab ich nun also auch gemacht. Das ist nämlich das Ziel: Einen groben Eindruck von ungefähr überall in Zentral-London zu bekommen – also bestenfalls Zonen eins bis zwei.
Und dabei ist mir nochmal aufgefallen, dass meine zukünftige WG auch prima liegt, quasi so prima wie die Whg in Holloway – nämlich auch bloß 2 Stationen mit der Victoria bis King’s Cross. Das weiß ich zwar mittlerweile schon länger, aber es fiel mir erst nach dem letzten Blogeintrag auf. Keine Ahnung wie mir das so lange entgehen konnte.

Das Leben ist toll und heute habe ich mich mit Leonie und Philip (my future flatmates) getroffen und ne superschöne Bar/Restaurant-Angelegenheit kennengelernt und mich mal wieder prima mit denen unterhalten – und das Leben ist schön. Und dann eben unproblematisch nach Haus trotz we, weil ‚meine‘ Linien ja grad fahren ;) und dann schon ne sms bekommen ich möge mich melden ob ich sicher im Hostel angekommen sei. Sowas süßes! And already there are poeple who care about me. Wieder n Juhuanlass.

Also es läuft grad.
Außerdem gibt es noch Kate. Kate hat eine Liste mit 102 Dingen, die sie in diesem Jahr in London/England machen will. Wenn ich da meine Dinge die ich unbedingt erleben und entdecken muss dranhäng, dann sehe ich gerade sehr schwarz mit dem Wiederkommen.

Und das ist ne prima Überleitung, denn ich muss ja noch darlegen wieso ich (für mich offensichtlich) besser nach London passe, als nach Rom. Jetzt gab es dazu nämlich schon zwei Anfragen, es scheint also nicht jedem so klar zu Tage zu treten... Ich versuch das mal, ist nämlich gar nicht so leicht das in Worte zu fassen. Es ist ein Zusammenspiel aus gaaanz vielen Faktoren.

Also vorrangig und zuallererst Londons Diversität. Rom ist toll aber nicht divers. Nicht in dem Ausmaß. Und wie die liebe Tanja festgestellt hat, bin ich vielschichtig in quasi unbegrenztem Umfang. Das heißt London reizt mich deswegen schon wesentlich mehr und bildet mich auch besser ab als Rom.
Das gilt auch für die Menschen in London. Unglaublich international und multikulturell. Halt das, wo ich auflebe und anfange zu sprudeln. In Rom gabs die Expats und das war ne Flirtbörse. Da muss ich jetzt im Rückblick grad mal milde lächeln.
Außerdem bin ich eher so der nordische Typ. Ich bin blond, ich bin blass und ich hab immer AUCH den Herbst und den Winter geliebt. Ich steh auch auf nördlichere Männer, nicht auf Italiener. Und London ist voller schöner Männer, während Rom mal extremst arm war was das betrifft. Nicht, dass ich nicht auch südlich wäre – klar ein bisschen schon – aber für den Urlaub.
Ich bin Rom ja eher skeptisch gegenübergetreten. Meine Begeisterung kam erst mit ner Weile. Rom ist auch wunderschön. Und ich kann mir immernoch vorstellen da ne Weile zu leben. Wer will nicht mal ne Weile (sagen wir 1 bis höchstens 5 Jahre) im Paradies leben? Im Urlaubsparadies. Aber das hat nichts mit meinem echten Leben, meiner echten Essenz zu tun. In London könnte ich (zumindest momentan) ganze Ausschnitte meines Lebens oder eben mein Leben selber verbringen. Das ist n ganz anderes Kaliber. Und diese zeitl. Einschränkung was den Aufenthalt in Rom betrifft, die habe ich bspw. schon immer gemacht. Keine große Überraschung there…
Klar, in Rom durch Trastevere zu schlendern, abends, bei lauer Sommerluft, mit Eis in der Hand, Hammerpizza, Rotwein, Romantik, Musik, alte schmiedeeiserne Straßenlaternen – voll schön. Aber auf Dauer passe ich halt besser an den Ort, an dem schon jetzt soooo viel los war, und ich soooo viel verpasst hab an Dingen die ich gern gemacht hätte, dass ich in meinem Unwillen tolle Dinge zu verpassen eigentlich schon ganz gefrustet sein müsste. Ich hab das Thames Festival verpasst, das Konzert mit den Abba-Männern, das Mando Diao Konzert und das Whip Konzert zu denen Judith gegangen ist. Ich hab Open House verpasst – das ist nur einmal im Jahr – arks. Und ganz viele open air Filmvorstellungen im Amphitheater. Und es gibt soooo viel. Auch für euch alle. Bspw. kommt ne Ausstellung in die National Portrait Gallery ‚gay icons‘ – na – wär das nix? Ohjeohje – es gibt also wirklich mehr als genug zu tun. Ich bin heute genau 2 Wochen hier und die Anzahl der Dinge, die ich verpasst hab, übersteigt die Anzahl derer, die ich gemacht hab, schon bei weitem. Das ist extremst stimulierend, denn andernorts gäbe es einfach nicht so viel, das ich so viel verpassen könnte. Es war ja die letzten Tage wahrlich nicht so, als wäre ich zu Hause im Bett geblieben...
Römerinnen sind schön angezogen – echte Damen, oft zu viel Make Up und zu viel Silikon und zu sehr wackelige Barbiepuppe. Sich davon inspirieren zu lassen macht Spaß. Aber, again: in London in Style einzutauchen ist ne andere Welt. Weils eben viele Welten sind. Ach, was sag ich: Universen! Und ich bin ja gar nicht son Shopaholic wie manch einer. Aber hier geh ich nur durch die Straßen und STÄNDIG sehe ich Teile die ich UNBEDINGT will. Sowas hab ich in DEU ab und an mal und nicht täglich. Gut – nun geh ich zur Zeit auch noch tgl. raus und in DEU nicht – aber keine Ahnung wann London sich, was das betrifft, mal erschöpft. Noch ist es nicht abzusehen. Ich leg ja grad erst los mit dem Entdecken der Stadtteile. Mal sehen, maybe I’ll talk differently after two months, maybe I’ll feel like I know major chunks of the city by then. But I doubt it.

In Rom hab ich noch wichtige Dinge nicht gemacht die ich unbedingt noch machen möchte. Die Anzahl dieser Dinge schätze ich übern Daumen auf so höchstens 20-30. Und dann halt schöne Klassiker immer und immer wieder. Deswegen würd ich auch immer wieder hin wollen. In London wie gesagt ist die Liste bei ca. 200 dingen – und durch jede neue Show, jedes neue Theaterstück und jede neue Bar, jeden neuen Club wird die ja erneuert und verlängert…
Achso – und dann selbstverständlich die Sprachen. Während ich mittlerweile wirklich gern Italienisch lernen möchte, ist Englisch doch schon immer meine Lieblingsfremdsprache gewesen, ich fühle mich in ihr schon seit Jahren wohlig und aufgehoben, ich hatte auch schon vor den USA ein Talent dafür, etc.

Ein schönes Bild ist das U-bahnnetz. London hat wieviele verschiedene Bahnen in verschiedenen Farben – 10? Rom hat rot und blau. Vielleicht bald noch ne dritte. Hallo? Sagt das nicht alles – wenn man Elisa n kleines bisschen kennt?
London ist wesentlich näher an dem dran was ich bin, Rom ist nur eine meiner Facetten.
Hab ich schon gesagt dass ich schon jetzt ganz viele großartige Menschen getroffen hab? Auch noch n Punkt.

London ist quasi eine einzige Stimulation. Unbegreiflich, wie mancher das nicht spüren kann!

Ende der Ode.
Winke winke!


Montag, 14. September 2009

Erstes Lebenszeichen

Halli hallo ihr Lieben

Gestern Abend war es endlich soweit – ich hab mich für ein Zimmer entschieden. Zum jetzigen Zeitpunkt zwar 5 Pfund und 82 Pence über meinem Limit, und die bills sind leider auch noch nicht geklärt, aber die können sowohl teurer als auch billiger werden.

I’ll be living with a cool couple – Philip (deutsch) und Leonie (walisisch) und dann noch mit irgendeiner Studentin (englisch), die sie sich außer mir noch ausgesucht haben. Das Zimmer ist groß und hell und hat ein Doppelbett – was gut ist, bei dem gesamten Besuch der geplant ist. Der Teppich ist n bissel dreckig – mal sehen was ich damit anstelle. Und Pa – hast du noch eine von diesen IKEA-Ballonlampen? Die will ich haben! (Ist hier nämlich noch ne nackte Glühbirne).

Ansonsten werde ich im Digby Crescent wohnen – und das ist schön, denn ich hab ein Faible für das Wort „crescent“. Abgesehen davon ist der Digby Crescent wirklich schön – schöne viktorianische Häuser halt… In Finsbury Park! Zone 2. Das ist auch gut. Im Norden Londons. Das ist cool - denn in den Süden wollte ich nicht - der Süden ist n billig und sonst ist da nichts. Nicht sooo toll, wie das Zimmer in Holloway, das ich wollte, aber dafür werde ich mich hier bestimmt nicht komisch unter Beobachtung fühlen und meine geplanten Haufen an Besuch sind willkommen und es gibt sogar n Ausziehsofa in der Küche – auch wenn dann die Küche nicht mehr benutzbar ist.

Ansonsten has life been more than busy. Ich mixe fröhlich bis pervers Englisch und Deutsch zusammen, wie ihr merkt. Beschwert euch, wenn ihr findet dass das gar nicht geht.

Ich bin von dem einen Hostel umgezogen ins andere, weil das erste kein Bett zu dem günstigen 13 Pfund-Preis mehr frei hatte. Aber eigentlich ist das ganz cool – denn jetzt lerne ich noch einen Teil des Zentralbereichs Londons so nebenbei kennen.
Für Sightseeing hatte ich bisher wenig bis gar keine Zeit – aber dafür kenne ich mich mit dem Londoner U-bahnnetz aus und habe ne quite thourough idea von den bouroughs und districts die man in der näheren Umgebung Central Londons kennen kann. Habe gestern schon geflucht - immer diese construction works, und ohne die Circle Line ist London echt scheiße, und das im Zusammenhang mit der generell etwas engeren Zeitplanung und der ausfallenden Victoria Line hat mir das Genick gebrochen, was Pünktlichkeit gestern betraf...
Aber es ist ein gutes Gefühl nicht mehr die Pläne studenlang zu studieren, sondern zu wissen ob ich zur East-, North-, South-, oder Westbound Platform muss.
(Hab auch schon lächeln müssen, als ich ausging und die Northern Line nutzte und zur Mornington Crescent Station musste - und die Northern Line ist nun wirklich eine der verschlungensten Linien, und ich dann ein genauso hilflos rumsuchendes Paar ansprach ob sie auch dahin wollten - denn die Station stand einfach schlicht nicht mehr aufm Plan in King's Cross. Ich hab dann jemanden gefragt und das Problem gelöst, und als die beiden mir dann folgten meinte sie, er solle das eigentlich wissen, er meinte auch er solle das eigentlich wissen, ich fragte wieso - und es stellte sich heraus er war in London aufgewachsen (mindestens 18Jahre alt aber bestimmt nicht viel älter), da fand ich dann auch er sollte es eigentlich wissen. Auf jeden Fall bin ich jetzt für die Zukunft und Mornington Crescent gerüstet - nach einer Woche - während der gute junge Mann das nach 18 Jahren ist. So.)

Heute ist der erste Tag, an dem ich mal n bisschen relaxe – nachdem gestern die Hölle los war. (morgens aufwachen und nicht wissen wo man abends schlafen wird, in die British Library um das Internet zu nutzen, ein Hostel zu buchen, weiter auf Zimmersuche zu gehen, 15h Treffen mit Französin die ich bei Wohnungssuche getroffen hab in Camden, 17h Treffen mit möglichem Zimmer wegen möglicher Reduktion der Council tax, 19h Zimmerbesichtigung, danach eingeschobener Besuch bei den Leuten meiner Wahl um nach doofem Zimmer [von 19.20h] zu sagen, dass ich dann gerne ihres nehme, dann eingeschobenes Einchecken im Hostel [Royal Bayswater], weil ich Angst hatte dass die Rezeption irgendwann schließt wie in meinem vorherigen Hostel [International Students House] und dann statt verabredet um 21h um 22h an der Themse um das Feuerwerk zu betrachten, was anlässlich des Thames Festivals stattfand, was ich aber dadurch verpasste. Das alles dummerwise in Heels – weil ich morgens noch annahm, dass ich irgendwann zwischendurch mal ins Hostel käme um wieder flache Schuhe anzuziehen. Und dann hatte die arme Judith ja nun ne Stunde auf mich gewartet, also sind wir dann noch n bisschen an der Themse langgeschländert, haben das buntbeleuchtete London Eye gesehen und es wäre auch alles echt ganz schön gewesen, wenn nicht meine Füße so gelitten hätten. Dann ausm Süden der Stadt wieder hoch in den Norden zum Hostel – war ca. 1h dort, die letzten Sachen gepackt und dann mit dem Bus – Tubes fuhren natürlich nicht mehr - in den Westen ins neue Hostel. Dort dann Bett bezogen, und nachdem meine Ernährung den Tag über aus einem Labberbrot-Toast-Dings mit Erdnussbutter, 2 Nektarinen und 2 Schoko-und-Keks-Riegeln bestanden hatte, nochmal hingesetzt und so leise wie möglich das gegessen was ich hatte – also Labberbrot mit Peanut Butter… Und dann so um 3h ins Bett. Mein armer, armer Körper!)
Also, nachdem gestern die besagte Hölle los war bin ich heute relativ fertig und muss erstmal anfangen aufzutanken bzw. mich zu freuen ne Wohnung zu haben.
Und morgen ist schon early enrollment - mal sehen wie ich der Bremer Uni jetzt verklickere dass sie sich sputen muss. Und ne SIM-Karte brauch ich noch. Und wie gesagt, Sehenswürdigkeiten betrachten wollt ich auch noch. Und n paar Fotos machen...

Bleibt noch zu sagen: London ist grandios! Ne ganz, ganz tolle Stadt, und ich merke schon jetzt, dass ich hier sehr gut hinpasse. Besser auch, als beispielsweise nach Rom oder so. London ist stimmig.

Alles Liebe nach Deutschland,
Elisa

Samstag, 1. August 2009

Melancholie!

Ich will nicht gehen. Das heißt nicht, dass ich mich nicht ungemein freue, euch wiederzusehen. Bloß gehen will ich nicht.
Noch nie sind 2 Monate so schnell vergangen.
Und noch nie war ich arbeitsmäßig so erfüllt, wie die letzten zwei Wochen, auch nicht beim Studium.
(Bei der Abschiedsrede hat der Botschafter übrigens gesagt wir (Christian und ich) hätten "beyond the call of duty" gearbeitet. Das ist erst einmal ne geile Formulierung und zweitens wahr, hat auch die Chefin gesagt, weil die StäV nämlich eigentlich Personalmangel hat und es ansonsten NICHT selbstverständlich ist, dass Praktikanten DEU bei Sitzungen repräsentieren und Drahtberichte verfassen. Drahtberichte! Und ich bin heilfroh dass die gute Frau Kuhn in den Urlaub gefahren ist, da wurde ich auch nochmal deutlich mehr ne volle Mitarbeiterin ;) )
Beim Abschiedsblick aufs WFP hätt ich jedenfalls fast geweint. Dieses Gebäude in dem ich mit solcher Selbstverständlichkeit hin- und hergelaufen bin und Gutes getan hab. Und jetzt läuft mein building-pass aus.
Und Rom ist einfach schön. Ästhetisch vielleicht die schönste Stadt die ich kenne.
Und n paar tolle Menschen die ich gern näher kennengelernt hätte gibts halt auch. Logisch. Gibts ja überall.
Aber networking-mäßig ists prima gelaufen; Hayley ist nämlich aus London aber wohnt in Rom - die perfekte Kombi um sich gegenseitig und auch später ständig zu besuchen :)
Und überhaupt sind Basen in Rom nicht schlecht.
Und das macht mich auch weniger traurig als der Abschied aus Indonesien - hier komm ich garantiert sehr häufig wieder her. Ist ja kein Problem. Hier wohn ich vielleicht auch mal ne längere Zeit.
So - jetzt gehts wieder ans Tasche packen - freue mich wie gesagt sehr auf euch!
Viele Grüße aus der ewigen Stadt

Mittwoch, 22. Juli 2009

schönes Leben

Mittwoch 22. Juli 2009

Ist das Leben nicht wunderschön? Ist das Leben nicht einfach wunderschön?
Es ist 18.41h, ich komme gerade von der Arbeit, ich hätte schon um 17.oo oder 17.30h gehen können, aber ich bin aus Interesse geblieben, und hätte ich nicht die BA-Arbeit im Nacken, wäre ich bis zum Ende geblieben. Das ist wunderschön - dass es Spaß macht, dass ich das Gefühl habe am für mich perfekt richtigen Ort zu sein, dass ich gute Laune habe und das Gefühl, dass mein Leben erst einmal eine ganze Weile so weitergehen könnte, weil die Arbeit gut ist, weil sie mich ausfüllt, weil ich dafür gerne meine Freizeit investiere und weil ich den wenigen Feierabend den ich dann habe auch genießen kann. Irgendwie ist es so auch nicht dringend nötig, dass ich jeden Abend was unternehme, denn die Arbeit, wenn sie so ist wie diese Woche, füllt aus, bringt mich mit Menschen zusammen, so genieße ich dann auch den Abend für mich allein. Hach, es ist einfach alles wunderbar!
Und dann hab ich meine Schuhe abgeholt, bei einem alten kleinen Schuster mit ner noch kleineren Frau. Und sie sprechen nur italienisch, und sind nett, und natürlich, kaum ist die Frau da, übernimmt sie das Wort und der gute Mann sagt nix, und die Schuhe sind heil und ich hab mich bedankt und er hat sich zurück bedankt und das ist auch wunderbar. Wunderbar weil ich voll am Leben teilnehme, weil ich hier zu Hause bin, weil ich genug italienisch verstehe um seine Antwort zu verstehen, meine Nachbarschaft mag (italienisches Leben halt - das ist mir immer sehr wichtig - wirkliches Teilhaben, kein Tourismus).
Und dann hab ich heut auf spanisch mit Julie gechattet, nur kurz, auf der Arbeit, und mir ist ständig italienisch in die Quere gekommen. Und das ist auch großartig, weil ich möchte italienisch lernen, und ich habe eigentlich gar keine Zeit dazu und dennoch ist der Chat Beweis dafür, dass sich diese wunderschöne Sprache schon in meinen Kopf stiehlt...
Und letztens war ich nachts auf nem Moby-Konzert auf der Piazza del Popolo (ich lieeeebe das Wort 'Piazza'. Ist das nicht auch einfach wunderschön? Ich könnte es ständig sagen: piazza, piazza, piazza...) und es war 27° immernoch, und es war sehr, sehr laute und gute Musik und Menschen und Lichter und beleuchtete Brunnen und der beleuchtete Obelisk auf der Mitte des Platzes und - wow.

Mittwoch, 15. Juli 2009

Angekommen

Mittwoch Abend, das heißt eigentlich Donnerstag Morgen - 15./16. Juli 2009

Ich wollt nur sagen ich habe eine Phase des Ankommprozesses abgeschlossen. Mit anderen Worten bin ich auch eine Stufe auf der Lern-Leiter hochgeklettert. JUHU! Bin sehr froh, dass meine Ankunft noch vor meiner Abfahrt stattgefunden hat - das ist ja nicht selbstverständlich. Ankunft auch im Sinne von: ich fühl mich wohler hier, ich fühl mich zu Hause, ich mag die Italiener, ich habe auf einmal nen echten Überblick bei der Arbeit und bin quasi ne volle Mitarbeiterin (absoluter Qualitätssprung auch hier bei der Praktikumsbewertung - total gut - eigentlich werden wir Praktikanten voll mit eingespannt und auf einmal fühl ich mich auch kompetent).