Juhu, juhu, juhu und ein Ode an London
Juhu, juhu, juhu
Wo soll ich anfangen?
Das Leben ist schön, London ist großartig und es gibt so vieeeeele tolle Menschen!!
a) ich habe schon das erste mal Post an meine neue Adresse in den Digby Crescent bekommen. Geil was?
und
b) ich ha jetzt meine Student Oyster Card. Juhu, juhu, juhu. Das ist Schritt 2 auf der ich werd ne echte Londonerin Skala. Weil da kommen Touris nun mal einfach nicht dran – unter keinen Umständen. Hab ich schon juhu gesagt??
Und ansonsten war das we auch cool. Das gesamte U-Bahnnetz war flachgelegt (naja – zumindest in Ausschnitten) aber die Central, die Circle und die Victoria Line fuhren alle ganz. Das war prima, denn das sind zurzeit meine Bahnen.
London wird nach und nach und Stück, für Stück erobert. Ein langwieriger Prozess bei einer Traumstadt wie London, heute bin ich zum ersten Mal bei Highbury und Islington raus – das hab ich nun also auch gemacht. Das ist nämlich das Ziel: Einen groben Eindruck von ungefähr überall in Zentral-London zu bekommen – also bestenfalls Zonen eins bis zwei.
Und dabei ist mir nochmal aufgefallen, dass meine zukünftige WG auch prima liegt, quasi so prima wie die Whg in Holloway – nämlich auch bloß 2 Stationen mit der Victoria bis King’s Cross. Das weiß ich zwar mittlerweile schon länger, aber es fiel mir erst nach dem letzten Blogeintrag auf. Keine Ahnung wie mir das so lange entgehen konnte.
Das Leben ist toll und heute habe ich mich mit Leonie und Philip (my future flatmates) getroffen und ne superschöne Bar/Restaurant-Angelegenheit kennengelernt und mich mal wieder prima mit denen unterhalten – und das Leben ist schön. Und dann eben unproblematisch nach Haus trotz we, weil ‚meine‘ Linien ja grad fahren ;) und dann schon ne sms bekommen ich möge mich melden ob ich sicher im Hostel angekommen sei. Sowas süßes! And already there are poeple who care about me. Wieder n Juhuanlass.
Also es läuft grad.
Außerdem gibt es noch Kate. Kate hat eine Liste mit 102 Dingen, die sie in diesem Jahr in London/England machen will. Wenn ich da meine Dinge die ich unbedingt erleben und entdecken muss dranhäng, dann sehe ich gerade sehr schwarz mit dem Wiederkommen.
Und das ist ne prima Überleitung, denn ich muss ja noch darlegen wieso ich (für mich offensichtlich) besser nach London passe, als nach Rom. Jetzt gab es dazu nämlich schon zwei Anfragen, es scheint also nicht jedem so klar zu Tage zu treten... Ich versuch das mal, ist nämlich gar nicht so leicht das in Worte zu fassen. Es ist ein Zusammenspiel aus gaaanz vielen Faktoren.
Also vorrangig und zuallererst Londons Diversität. Rom ist toll aber nicht divers. Nicht in dem Ausmaß. Und wie die liebe Tanja festgestellt hat, bin ich vielschichtig in quasi unbegrenztem Umfang. Das heißt London reizt mich deswegen schon wesentlich mehr und bildet mich auch besser ab als Rom.
Das gilt auch für die Menschen in London. Unglaublich international und multikulturell. Halt das, wo ich auflebe und anfange zu sprudeln. In Rom gabs die Expats und das war ne Flirtbörse. Da muss ich jetzt im Rückblick grad mal milde lächeln.
Außerdem bin ich eher so der nordische Typ. Ich bin blond, ich bin blass und ich hab immer AUCH den Herbst und den Winter geliebt. Ich steh auch auf nördlichere Männer, nicht auf Italiener. Und London ist voller schöner Männer, während Rom mal extremst arm war was das betrifft. Nicht, dass ich nicht auch südlich wäre – klar ein bisschen schon – aber für den Urlaub.
Ich bin Rom ja eher skeptisch gegenübergetreten. Meine Begeisterung kam erst mit ner Weile. Rom ist auch wunderschön. Und ich kann mir immernoch vorstellen da ne Weile zu leben. Wer will nicht mal ne Weile (sagen wir 1 bis höchstens 5 Jahre) im Paradies leben? Im Urlaubsparadies. Aber das hat nichts mit meinem echten Leben, meiner echten Essenz zu tun. In London könnte ich (zumindest momentan) ganze Ausschnitte meines Lebens oder eben mein Leben selber verbringen. Das ist n ganz anderes Kaliber. Und diese zeitl. Einschränkung was den Aufenthalt in Rom betrifft, die habe ich bspw. schon immer gemacht. Keine große Überraschung there…
Klar, in Rom durch Trastevere zu schlendern, abends, bei lauer Sommerluft, mit Eis in der Hand, Hammerpizza, Rotwein, Romantik, Musik, alte schmiedeeiserne Straßenlaternen – voll schön. Aber auf Dauer passe ich halt besser an den Ort, an dem schon jetzt soooo viel los war, und ich soooo viel verpasst hab an Dingen die ich gern gemacht hätte, dass ich in meinem Unwillen tolle Dinge zu verpassen eigentlich schon ganz gefrustet sein müsste. Ich hab das Thames Festival verpasst, das Konzert mit den Abba-Männern, das Mando Diao Konzert und das Whip Konzert zu denen Judith gegangen ist. Ich hab Open House verpasst – das ist nur einmal im Jahr – arks. Und ganz viele open air Filmvorstellungen im Amphitheater. Und es gibt soooo viel. Auch für euch alle. Bspw. kommt ne Ausstellung in die National Portrait Gallery ‚gay icons‘ – na – wär das nix? Ohjeohje – es gibt also wirklich mehr als genug zu tun. Ich bin heute genau 2 Wochen hier und die Anzahl der Dinge, die ich verpasst hab, übersteigt die Anzahl derer, die ich gemacht hab, schon bei weitem. Das ist extremst stimulierend, denn andernorts gäbe es einfach nicht so viel, das ich so viel verpassen könnte. Es war ja die letzten Tage wahrlich nicht so, als wäre ich zu Hause im Bett geblieben...
Römerinnen sind schön angezogen – echte Damen, oft zu viel Make Up und zu viel Silikon und zu sehr wackelige Barbiepuppe. Sich davon inspirieren zu lassen macht Spaß. Aber, again: in London in Style einzutauchen ist ne andere Welt. Weils eben viele Welten sind. Ach, was sag ich: Universen! Und ich bin ja gar nicht son Shopaholic wie manch einer. Aber hier geh ich nur durch die Straßen und STÄNDIG sehe ich Teile die ich UNBEDINGT will. Sowas hab ich in DEU ab und an mal und nicht täglich. Gut – nun geh ich zur Zeit auch noch tgl. raus und in DEU nicht – aber keine Ahnung wann London sich, was das betrifft, mal erschöpft. Noch ist es nicht abzusehen. Ich leg ja grad erst los mit dem Entdecken der Stadtteile. Mal sehen, maybe I’ll talk differently after two months, maybe I’ll feel like I know major chunks of the city by then. But I doubt it.
In Rom hab ich noch wichtige Dinge nicht gemacht die ich unbedingt noch machen möchte. Die Anzahl dieser Dinge schätze ich übern Daumen auf so höchstens 20-30. Und dann halt schöne Klassiker immer und immer wieder. Deswegen würd ich auch immer wieder hin wollen. In London wie gesagt ist die Liste bei ca. 200 dingen – und durch jede neue Show, jedes neue Theaterstück und jede neue Bar, jeden neuen Club wird die ja erneuert und verlängert…
Achso – und dann selbstverständlich die Sprachen. Während ich mittlerweile wirklich gern Italienisch lernen möchte, ist Englisch doch schon immer meine Lieblingsfremdsprache gewesen, ich fühle mich in ihr schon seit Jahren wohlig und aufgehoben, ich hatte auch schon vor den USA ein Talent dafür, etc.
Ein schönes Bild ist das U-bahnnetz. London hat wieviele verschiedene Bahnen in verschiedenen Farben – 10? Rom hat rot und blau. Vielleicht bald noch ne dritte. Hallo? Sagt das nicht alles – wenn man Elisa n kleines bisschen kennt?
London ist wesentlich näher an dem dran was ich bin, Rom ist nur eine meiner Facetten.
Hab ich schon gesagt dass ich schon jetzt ganz viele großartige Menschen getroffen hab? Auch noch n Punkt.
London ist quasi eine einzige Stimulation. Unbegreiflich, wie mancher das nicht spüren kann!
Ende der Ode.
Winke winke!
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