Erstes Lebenszeichen
Halli hallo ihr Lieben
Gestern Abend war es endlich soweit – ich hab mich für ein Zimmer entschieden. Zum jetzigen Zeitpunkt zwar 5 Pfund und 82 Pence über meinem Limit, und die bills sind leider auch noch nicht geklärt, aber die können sowohl teurer als auch billiger werden.
I’ll be living with a cool couple – Philip (deutsch) und Leonie (walisisch) und dann noch mit irgendeiner Studentin (englisch), die sie sich außer mir noch ausgesucht haben. Das Zimmer ist groß und hell und hat ein Doppelbett – was gut ist, bei dem gesamten Besuch der geplant ist. Der Teppich ist n bissel dreckig – mal sehen was ich damit anstelle. Und Pa – hast du noch eine von diesen IKEA-Ballonlampen? Die will ich haben! (Ist hier nämlich noch ne nackte Glühbirne).
Ansonsten werde ich im Digby Crescent wohnen – und das ist schön, denn ich hab ein Faible für das Wort „crescent“. Abgesehen davon ist der Digby Crescent wirklich schön – schöne viktorianische Häuser halt… In Finsbury Park! Zone 2. Das ist auch gut. Im Norden Londons. Das ist cool - denn in den Süden wollte ich nicht - der Süden ist n billig und sonst ist da nichts. Nicht sooo toll, wie das Zimmer in Holloway, das ich wollte, aber dafür werde ich mich hier bestimmt nicht komisch unter Beobachtung fühlen und meine geplanten Haufen an Besuch sind willkommen und es gibt sogar n Ausziehsofa in der Küche – auch wenn dann die Küche nicht mehr benutzbar ist.
Ansonsten has life been more than busy. Ich mixe fröhlich bis pervers Englisch und Deutsch zusammen, wie ihr merkt. Beschwert euch, wenn ihr findet dass das gar nicht geht.
Ich bin von dem einen Hostel umgezogen ins andere, weil das erste kein Bett zu dem günstigen 13 Pfund-Preis mehr frei hatte. Aber eigentlich ist das ganz cool – denn jetzt lerne ich noch einen Teil des Zentralbereichs Londons so nebenbei kennen.
Für Sightseeing hatte ich bisher wenig bis gar keine Zeit – aber dafür kenne ich mich mit dem Londoner U-bahnnetz aus und habe ne quite thourough idea von den bouroughs und districts die man in der näheren Umgebung Central Londons kennen kann. Habe gestern schon geflucht - immer diese construction works, und ohne die Circle Line ist London echt scheiße, und das im Zusammenhang mit der generell etwas engeren Zeitplanung und der ausfallenden Victoria Line hat mir das Genick gebrochen, was Pünktlichkeit gestern betraf...
Aber es ist ein gutes Gefühl nicht mehr die Pläne studenlang zu studieren, sondern zu wissen ob ich zur East-, North-, South-, oder Westbound Platform muss.
(Hab auch schon lächeln müssen, als ich ausging und die Northern Line nutzte und zur Mornington Crescent Station musste - und die Northern Line ist nun wirklich eine der verschlungensten Linien, und ich dann ein genauso hilflos rumsuchendes Paar ansprach ob sie auch dahin wollten - denn die Station stand einfach schlicht nicht mehr aufm Plan in King's Cross. Ich hab dann jemanden gefragt und das Problem gelöst, und als die beiden mir dann folgten meinte sie, er solle das eigentlich wissen, er meinte auch er solle das eigentlich wissen, ich fragte wieso - und es stellte sich heraus er war in London aufgewachsen (mindestens 18Jahre alt aber bestimmt nicht viel älter), da fand ich dann auch er sollte es eigentlich wissen. Auf jeden Fall bin ich jetzt für die Zukunft und Mornington Crescent gerüstet - nach einer Woche - während der gute junge Mann das nach 18 Jahren ist. So.)
Heute ist der erste Tag, an dem ich mal n bisschen relaxe – nachdem gestern die Hölle los war. (morgens aufwachen und nicht wissen wo man abends schlafen wird, in die British Library um das Internet zu nutzen, ein Hostel zu buchen, weiter auf Zimmersuche zu gehen, 15h Treffen mit Französin die ich bei Wohnungssuche getroffen hab in Camden, 17h Treffen mit möglichem Zimmer wegen möglicher Reduktion der Council tax, 19h Zimmerbesichtigung, danach eingeschobener Besuch bei den Leuten meiner Wahl um nach doofem Zimmer [von 19.20h] zu sagen, dass ich dann gerne ihres nehme, dann eingeschobenes Einchecken im Hostel [Royal Bayswater], weil ich Angst hatte dass die Rezeption irgendwann schließt wie in meinem vorherigen Hostel [International Students House] und dann statt verabredet um 21h um 22h an der Themse um das Feuerwerk zu betrachten, was anlässlich des Thames Festivals stattfand, was ich aber dadurch verpasste. Das alles dummerwise in Heels – weil ich morgens noch annahm, dass ich irgendwann zwischendurch mal ins Hostel käme um wieder flache Schuhe anzuziehen. Und dann hatte die arme Judith ja nun ne Stunde auf mich gewartet, also sind wir dann noch n bisschen an der Themse langgeschländert, haben das buntbeleuchtete London Eye gesehen und es wäre auch alles echt ganz schön gewesen, wenn nicht meine Füße so gelitten hätten. Dann ausm Süden der Stadt wieder hoch in den Norden zum Hostel – war ca. 1h dort, die letzten Sachen gepackt und dann mit dem Bus – Tubes fuhren natürlich nicht mehr - in den Westen ins neue Hostel. Dort dann Bett bezogen, und nachdem meine Ernährung den Tag über aus einem Labberbrot-Toast-Dings mit Erdnussbutter, 2 Nektarinen und 2 Schoko-und-Keks-Riegeln bestanden hatte, nochmal hingesetzt und so leise wie möglich das gegessen was ich hatte – also Labberbrot mit Peanut Butter… Und dann so um 3h ins Bett. Mein armer, armer Körper!)
Also, nachdem gestern die besagte Hölle los war bin ich heute relativ fertig und muss erstmal anfangen aufzutanken bzw. mich zu freuen ne Wohnung zu haben.
Und morgen ist schon early enrollment - mal sehen wie ich der Bremer Uni jetzt verklickere dass sie sich sputen muss. Und ne SIM-Karte brauch ich noch. Und wie gesagt, Sehenswürdigkeiten betrachten wollt ich auch noch. Und n paar Fotos machen...
Bleibt noch zu sagen: London ist grandios! Ne ganz, ganz tolle Stadt, und ich merke schon jetzt, dass ich hier sehr gut hinpasse. Besser auch, als beispielsweise nach Rom oder so. London ist stimmig.
Alles Liebe nach Deutschland,
Elisa
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